von Uwe Jäschke, HTW Dresden.
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Aufgrund des fragilen Ökosystems wird der Tourismus in
Namibia zunehmend unter ökologischen Gesichtspunkten geplant.
Da der Hauptzugpunkt für den Tourismus die intakte Natur
und das vielfältige Pflanzen- und Tierleben sind, ist es
für die Menschen in den lokalen Gemeinschaften wichtig zu
lernen, daß aktiver Naturschutz wirtschaftlich interessant
ist. Da für einige Regionen in näherer Zukunft der
Tourismus die einzig nennenswerte Erwerbsmöglichkeit sein
wird, arbeitet die Regierung an einer grundlegenden Umweltgesetzgebung,
fördert Maßnahmen, die dem aktiven Naturschutz dienen
und steuert die Touristenströme in ökologisch labilen
Teilräumen durch Lizenzvergaben.
Die touristischen Attraktionen Namibias sind hauptsächlich die intakte Naturlandschaft in ihrer Dreigliederung: Namib-Küstenebene, Randstufe mit zentralem Hochland und Kalahari sowie die vielfältige Flora und Fauna, die dem Reisenden in besonderer Weise in den Tier- und Naturparks erhalten werden. Die Parks dienen in erster Linie dem Naturschutz und sind für den Touristen nur beschränkt zugänglich. Neben diesen Natur- und Tierparks gibt es noch eine Anzahl von Freizeit- und Erholungsgebieten, in denen der Tourist Aktivurlaub verleben kann. Neben dem Naturerleben ist die Geschichte ein weiterer interessanter Zugpunkt, die sich im differenzierten Siedlungsbild des Landes niederschlägt: Zum einem in dem durch die Kolonisation europäisch geprägten Kerngebiet mit gut erschlossener Verkehrsinfrastruktur, zum anderen in dem "afrikanischen" Namibia, hauptsächlich im bevölkerungsreichen Norden und Nordosten, wo noch traditionelle Siedlungsstrukturen vorherrschen, die aber touristisch wenig erschlossen sind. Eine spezielle Sparte des Tourismus ist die Trophäenjagd. Über 373 Jagdfarmen mit ca. 1500 Betten und Jagdsafaris in lizenzierten und überwachten Jagdrevieren bieten hauptsächlich europäischen Jägern ein weites Betätigungsfeld. Strenge Jagdgesetze und limitierte Abschußquoten sorgen für die Arterhaltung und ein ökologisches Gleichgewicht. Da der Jagdtourismus abseits des Normaltourismus stattfindet, sind die Jagdfarmen in der Karte nicht enthalten.
Die touristische Infrastruktur Namibias ermöglicht
dem Gast in der Regel ein bequemes Reisen, sei es als Individualtourist
mit eigenem PKW, sei es als Pauschalreisender im Reisebus. Ein besonderes Erlebnis ist die Unterkunft auf einer der zahlreichen Gästefarmen, die - wie die Beherbergungsführer des namibischen Verkehrsbüros in Bad Homburg zeigen - seit der Unabhängigkeit deutlich zugenommen haben. Auf diesen Farmen steht der persönliche Kontakt zu den meist deutschsprechenden Farmern im Mittelpunkt, und hier kann man die Probleme und Problemlösungen der Landwirtschaft in ariden Räumen kennen lernen. Eine Gästefarmreise vom Süden nach Norden vermittelt zudem ein Profil durch das kommerzielle Farmland Namibias.
Unterkünfte sind in ganz Namibia zu finden. So liegen entlang der Haupstraßen und in kleinen ländlichen Zentren Hotels, allerdings mit meist niedrigerem Standard und geringer Bettenzahl. In den Zentren dagegen ist das volle Spektrum der Übernachtungsmöglichkeiten zu finden, von der Pension mit Früihstück über kleinere Hotels bis zum international anerkannten Großhotel. Neben den traditionellen Unterkünften (Rastlager - Gästefarm - Hotel) haben sich im ganzen Land weitere Berherbergunsbetriebe etabliert: private Zelt-, Caravan- und Rastlager sowie Lodges mit speziellem Freizeit- und Erholungsangebot. Da diese im offiziellen Berherbergungsführer nicht aufgeführt sind, sind sie in der Karte nicht weiter spezifiziert. Eine deutliche Häufung von Unterkünften ist in der Landesmitte in den Bereichen um die Landeshauptstadt Windhoek, im Städtedreieck Usakos - Okahandja - Otjiwarongo sowie an den Eingangstoren der großen Naturparks Namib-Naukluft-Park und Etoscha-National-Park zu erkennen. Im Süden sind die Übernachtungsmöglichkeiten - hauptsächlich Gästefarmen - seltener vertreten, doch ist auch hier eine Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren festzustellen. Eine bessere Vermarktung und ein Süden-spezifisches Landesprofil, das die spezielle Eigenart des Südens und seiner Menschen hervorhebt, könnte hier einen Anreiz zur Verbesserung des Übernachtungsangebotes bieten. Auch durch die schwierigen Klimaverhältnisse und den schlechten Absatzmarkt für Karakulfelle könnte das Gästefarmgeschäft für viele Farmer ein zweites Standbein sein. Im nördlichen Bereich sind auf dem Kommunalland wenige Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden. Im Damaraland und im Kaokoveld sind einige Rastlager in kommunaler Verantwortung geschaffen worden sowie einige Lodges durch Safariunternehmen. Das Owamboland hat nur Hotels in Oshakati und in Ondangwa, die Okavango-Region zwei Lodges an der Transitstrecke in den Caprivi und die Rastlager im Kaudom-Wildpark. In der Caprivi-Region sind einige Übernachtungsmöglichkeiten an den Popafällen, eigentlich am namibischen Eingang zum Okavango-Delta in Botswana, und an der Transitstrecke zu den Victoria-Fällen. Hier - im Afrika, wie es sich der Europäer vorstellt - können der Tourismus und damit auch die Übernachtungsbetriebe noch stark entwickelt werden.
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