Namibia - Aktiv sein im Land der Kontraste
Angeln
Auch wenn Namibia kein klassisches Angelziel ist, so erfreut
sich die Sportart doch zunehmender Beliebtheit, und so manch ein
Angelrekord ist hier schon aufgestellt worden. Lüderitz,
Walvis Bay, Swakopmund und Henties Bay sind die Anlaufziele für
Angeln im Atlantik. Von dort aus starten die meisten Bootstouren.
Ob beim Tiefsee- oder beim Brandungsangeln: Genießen Sie
die spektakuläre Szenerie des Ozeans. Oder angeln Sie sich
den Fang Ihres Lebens in den Grenzflüssen Namibias, einem
wahren Paradies für Fliegenfischer.
Aufgrund des Planktonreichtums der küstennahen Gewässer
herrschen an der gesamten Küste Namibias exzellente Bedingungen
zum Brandungsangeln. Der kalte, aus der Antarktis kommende Benguela-Strom
sorgt hier für einen enormen Fischreichtum.
Jahr für Jahr strömen begeisterte Besucher in
das Erholungsgebiet an der Westküste, einem 50 km breiten
Gürtel, der sich über etwa 200 km von Swakopmund bis
zum Ugab-Fluss erstreckt. Sie hoffen auf einen guten Fang: zu
Recht. Viele der Angelplätze heißen einfach nach der
Entfernung zu Swakopmund, die noch in Meilen berechnet
wurde, z. B. Meile 4, Meile 30 oder Meile 98. Bis zum Hals im
Wasser, die Rute hochhaltend, sieht man die Angler dort drillen,
zerren und ziehen. Fischarten wie Steinbrasse, Kabeljau, Galjoen,
Dassie, Rochen, Elefantenfisch und große Haie können
dort praktisch das ganze Jahr über gefangen werden.
Noch nie wurde ein Mensch an der Küste Namibias von
einem Hai angefallen, obwohl es Exemplare gibt, die bis zu 4 Meter
lang und 190 Kilogramm wiegen können Die größten
Haie werden zwischen November und Mai gefangen. Für solche
Fälle benötigt man spezielle Angelruten, die nur in
Namibia erhältlich sind. Die Brandungsruten können in
Swakopmund und Lüderitz gemietet werden. Ein Angelschein
ist für die Küste nicht erforderlich, allerdings dürfen
manche Beutefische eine vorgeschriebene Größe nicht
unterschreiten. Die Angelsaison an der Küste dauert von November
bis Ende März.
Zahlreiche organisierte Ausflüge werden entlang der
Küste angeboten. Sie können auch mit Jagdausflügen
und anderen Touren durch das Land kombiniert werden. Das Angebot
an Angelausflügen variiert von Halb- und Ganztagestouren
mit erfahrenen Führer bis hin zu abendlichen Strandfahrten,
Besichtigungstouren und den stets sehr beliebten Sundowner-Bootstouren.
Auch Hochseefischen auf Snoek lässt sich auf Anfrage organisieren.
Angelneulinge werden auf Wunsch von Reiseführern in bequemen
Geländewagen zu den besten Stellen der Küste gebracht.
Eine weitere Alternative für erfahrene Angler wie
auch für Neulinge ist das beliebte Meeresgrundangeln in ertragreichen
Fischgründen in Küstennähe. Für die gesamte
Angelausrüstung, frische Köder, Erfrischungen, leichte
Mahlzeiten zwischendurch und für eine Unterkunft wird gesorgt.
Swakopmund
Die Unterwasserwelt des Atlantiks als ökologische
und ökonomische Ressource Namibias und die Fischindustrie
als Wirtschaftsfaktor sind die Hauptthemen des 1995 in Swakopmund
eröffneten Marine-Aquariums. Der Besuch lohnt sich aufgrund
der geschickten didaktischen Aufbereitung. In den 18 Aquarien
tummeln sich viele Arten von Meerestieren aus Namibias Gewässern.
Im Tunnel, in dem der ovale Haupttank durchquert wird, treiben
Haie über die Köpfe der Besucher hinweg.
Die Skelettküste
An der Skelettküste machen zahlreiche Haifischarten
sowie Braune und Blaue Rochen, Kabeljau und verschiedene Brassen
das Angeln von Land aus zu einer besonderen Herausforderung für
jeden Angler. Der südliche Teil der herben Skelettküste
mit seinen herrlichen Fischgründen, der der Bevölkerung
zugänglich ist, liegt zwischen den Flüssen Ugab und
Hoanib. Er lockt Angler aus aller Welt an. Aufgrund ihrer ökologischen
Empfindlichkeit wird diese Region vom Ministerium für Umweltschutz
und Tourismus als Wüstenschutzreservat geleitet und überwacht.
Das Ministerium bittet die Besucher, das Gebiet so sauber und
natürlich wie möglich zu halten. Zwei staatliche Ferienorte
bieten an der südlichen Skelettküste Unterkunft: Das
ist zum einen Terrace Bay mit Bungalows (Vollpension und Bettzeug
) und Gefriermöglichkeiten für den gefangenen Fisch
sowie einem Shop, einer Tankstelle, Konferenzeinrichtungen und
einer eigenen Landebahn. Der zweite Ort ist Torra Bay, der jedoch
nur von 1. Dezember bis 31. Januar geöffnet ist. Die zur
Verfügung stehenden Einrichtungen umfassen Camping- und Wohnwagenstellplätze
sowie gemeinschaftlich genutzte Waschhäuser. Benzin, Feuerholz
und Trinkwasser gibt es ebenfalls.
Einen Tagespass zur Durchquerung des südlichen Teils
der Skelettküste ist vom Touristenbüro des Ministeriums
für Umweltschutz und Tourismus in Swakopmund, am Ugab-Tor
oder am Springbokwasser-Kontrollpunkt erhältlich. Besucher,
die in Torra Bay oder Terrace Bay übernachten möchten,
benötigen eine Buchungsbestätigung, die vom Zentralen
Reservierungsbüro (Namibia Wildlife Resorts) in Windhoek
ausgestellt wird. Der nördliche Teil des Parks kann nur mit
einer Flug-Safari besucht werden.
Walvis Bay
Das Angelgebiet der Paaltjies südlich
von Walvis Bay ist bei Einheimischen ganz besonders beliebt. Es
besteht aus vier verschiedenen Angelstellen, die absolute Highlights
für jeden Angler darstellen. Sogar kommerzielle Fischer nutzen
dieses Gebiet. Der erste Paaltjie kann mit einem normalen
Pkw erreicht werden, die weiter südlich gelegenen jedoch
nur mit einem Geländewagen. Ein Reisebüro in Walvis
Bay bietet diverse Bootstouren zum Haifisch-, Meeresgrundangeln-
und Hochseefischen an. Auch Ausflüge zum Brandungsangeln,
speziell auf Haie, werden angeboten. Diese werden mit Geländewagen
durchgeführt, die für dieses Gebiet erforderlich sind.
Wlotzka`s Bay
30 km nördlich von Swakopmund befindet sich das Feriendorf
Wlotzka`s Bay, ein nennenswerter Angelplatz an der Küste
Namibias. Eine weitere Besonderheit des Dorfes sind die Walfischknochen,
die heute noch die Eigentumsgrenzen um die Häuschen anzeigen.
Nationales Erholungsgebiet Westküste
Der Erholungsort Meile 4 mit frischer und klarer Luft und einem
überaus angenehmen Klima bietet ideale Voraussetzungen für
einen entspannenden Urlaub an der See. Während der Angelsaison
gibt es exzellente Gelegenheiten, Galjoen, Kabeljau, Steinbrasse,
Schwarzschwanz, Weiße Stumpfnase und Geelbek zu angeln.
Zudem sind die
Wetterverhältnisse während dieser Zeit nahezu ideal.
Henties Bay
Die kleine, aufstrebende Stadt Henties Bay, 67 km nördlich
von Swakopmund, ist bekannt für ihre großen Fischvorkommen.
Steinbrasse, Galjoen und Barben tummeln sich dort in ungewöhnlich
großer Zahl. Die bevorzugten Angelstellen tragen recht ungewöhnliche
Namen, z. B. Bennie de Rooi Lorrie (Bennies roter Lastwagen) und
Galjoen-fontein (Galjoen-Quelle). Bekannte und beliebte Angelplätze
sind von Henties Bay aus leicht erreichbar, und auch Angelsafaris
für Reisegruppen können inklusive einer Unterbringung
organisiert werden. Die Geschäfte bieten sogar Gefriermöglichkeiten.
Ein Informationsbüro für Touristen gibt es in der örtlichen
Kreisverwaltung.
WICHTIG ! Zur Erhaltung der Arten hat sich, bezogen auf das
Küstenangeln, jeder Angler an folgende, vom Ministerium für
Meeresressourcen und Fischerei veröffentlichte Regeln zu
halten:
- 1. Angeln ist nur in den Regionen Terrace Bay und Torra Bay,
vom Ugab-Fluss bis Walvis Bay, vom Pelican Point bis Sandwich
Harbour, von der nördlichen Grenze der Lüderitz Bucht
bis Große Bucht und von Pomona Island bis zum Orange-Fluss
gestattet.
- 2. Angeln mit Würmern als Köder ist untersagt.
- 3. Angeln am Cape Cross ist illegal.
- 4. Sandwich Harbour ist vom 25. Januar bis 15. April jedes
Jahr für Angler geschlossen.
- 5. Der tägliche Fang darf 30 Fische insgesamt nicht
überschreiten. Die Fischarten werden dabei nicht unterschieden.
Ausgenommen ist dabei der Galjoen-Fisch, von dem nur acht Exemplare
an einem Tag gefangen und behalten werden dürfen.
- 6. Es darf nicht mehr als eine Angelrute,
Leine oder Handleine zur gleichen Zeit benutzt werden, egal ob
vom Boot oder Ufer aus geangelt wird. Maximal zwei Haken dürfen
dabei an einer Leine sein.
- 7. Beim Harpunenfischen dürfen keine künstlichen
Beatmungsgeräte, außer einem Schnorchel, verwendet
werden.
- 8. Steinlobster dürfen nur während der Saison gefangen
werden (1. November bis 30. April). Die Mindestlänge von
65 mm darf dabei nicht unterschritten werden. Es ist nicht erlaubt,
mehr als sieben Lobster an einem Tag zu fangen. Nicht mehr als
21 Lobster dürfen gemeinsam transportiert werden, unabhängig
von der Anzahl der im Pkw befindlichen Personen. Zum Fangen von
Steinlobstern ist keine Genehmigung erforderlich.
Des Weiteren gelten die beim Ministerium erhältlichen
Hinweise auf Köder und Mindestgrößen der Fische.
Fische, die nicht den Mindestgrößen entsprechen, sind
sofort ins Meer zurückzusetzen. Bis 1996 wurden entlang der
Küste bereits über 29 000 Fische markiert.
Caprivi-Zipfel
Doch nicht nur am Meer, sondern auch in den Grenzflüssen
Namibias kann geangelt werden. Am Kunene und Zambezi ist allerdings
Vorsicht vor Krokodilen und Flusspferden geboten. Außerdem
herrschen dort starke Strömungen. Eine große Herausforderung
stellt die Sought-After-Trophy dar, bei der der berühmte
Tigerfisch im Mittelpunkt steht. Afrikas größter Süßwasserfisch
kommt an der östlichen Spitze des Caprivi-Zipfels besonders
häufig vor. Dieser Teil des Flusses ist ein Paradies für
Fliegenfischer - und auf sie übt die Jagd auf den Tigerfisch
eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Er ist schnell und aggressiv.
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