Die Kunene - Region / Das Kaokoland

Ein einsames und faszinierendes Gebiet, das ist das Kaokoland. Die Region im Nordwesten Namibias besteht aus nahezu unberührten Landschaftsformen wie Sandwüsten und bizarre Felsformationen. Die Vegetation ist eher karg. Das Rauhe Kaokoland bildet ein Refugium für zahllose Wildtiere. Vor allem aber ist es die Heimat des bedrohten Stammes der Himba.

Im Kaokoland, in der Region Kunene, erwartet den Reisenden eine gebirgige Wüstenlandschaft von ganz besonderer Faszination: Weit abgeschieden von den Verkehrswegen Namibias ist dieser Landstrich nahezu menschenleer, vor allem aber weitgehend unberührt von westlicher Zivilisation. Afrika in seiner schwarzen Ursprünglichkeit zu erleben, wird hier Wirklichkeit. Der Besucher trifft dort auf Menschen, die noch im völligen Einklang mit der Natur leben.

Die Lage & Größe

Fragt man in der namibischen Hauptstadt Windhoek nach der Richtung, kommt die Antwort: Irgendwo ganz oben links, sprich: abseits jeglicher Zivilisation. Geografisch bedeutet das: im Nordwesten Namibias. Die westliche Grenze des Kaokolandes zieht der Atlantische Ozean mit seiner Skelettküste, die nördliche der Kunene als Grenzfluss zu Angola, Die östliche Grenze bilden das Owambo-Gebiet und der Etosha-Nationalpark, im Süden geht die Region in das Damaraland über. Das von Reisenden wenig berührte Kaokoland umfasst somit eine Fläche von etwa 50 000 km².


Die Landschaft

Die Landschaft ist von einer Vielzahl unterschiedlicher Gebirgsketten geprägt. Von den Dolomite Hills im Süden, den öden Bergketten und einsamen Anhöhen in den Hochlandebenen, bis hin zu den überragenden Bergspitzen der nördlichen Baynes- und Otjihipa-Berge wechselt das eindrucksvolle Szenarium der Farben und Formen immer wieder auf`s Neue. Die Höhenunterschiede schwanken zwischen 600 und 1 200 m und gipfeln schließlich mit 2 039 m in den Bergen von Baynes. Oft wechseln sich vegetationslose, glühende Ebenen mit Regionen von besonderer Schönheit ab. Die Landschaft ist von keiner Stromleitung zerschnitten. Sie ist markiert von den violett leuchtenden Granitgebirgen, tiefen Rivieren und ausgetrockneten Flussbetten, in denen auch in der Regenzeit nur selten Wasser fließt. Der einzige, stets wasserführende Fluss ist der im feuchten Hochland von Angola entspringende Kunene. 35 km westlich der Ruacana-Fälle erreicht er das Kaokoland, durchläuft die Zebra-, Baynes- und Otjihipa-Berge, bevor er die Halbwüste durchquert und in den Atlantik mündet.


Das Klima

Die ersten kurzen Regenfälle gibt es meist im Oktober und November. Die große Regenzeit beginnt im Januar und dauert bis April an. In den westlichen Gebieten regnet es gewöhnlich etwas später als im Osten. Die Regenmenge variiert zwischen 350 mm im Osten und nur ca. 50 mm im Westen. Im Sommer klettern die Temperaturen oft auf 35°C und höher. Das Minimum liegt bei 14°C. Das heißeste Gebiet ist das Kunene- Tal. Im Winter liegen die Temperaturen zwischen 5 und 26°C, wobei die Nächte im Hochland empfindlich kalt werden können.


Die Tierwelt

Kaokoland ist die Heimat des legendären Wüstenelefanten, dessen Bestand von 300 im Jahre 1970 auf leider weniger als 60 Exemplare gesunken ist. Um das Überleben der Tiere zu sichern, hat Wilderness Safaris den „Desert Elephant Water Fund“ eingerichtet. Spenden werden von Lynn Boysen beim Namib Travel Shop in Windhoek entgegengenommen. Auch zum Schutz der Nashörner wird im Kaokoland einiges getan. Der „Save the Rhino Trust“ erforscht und schützt die einzige weltweit wachsende Population von frei lebenden Nashörnern. Besucher können diese Arbeit hautnah miterleben, indem sie die „Trekker“ für einige Tage auf den Spuren der Nashörner begleiten. Desweiteren sind im Kaokoland Leoparden, Geparden, Hyänen, Giraffen, zahlreiche Antilopenarten, Flusspferde, Krokodile, Affen und einige wenige Löwen anzutreffen.


Die Himba

Die unwirtliche Landschaft im äußeren Nordwesten Namibias hat dem Volk der Himba lange als Schutzschild gegen die Außenwelt gedient. Schroffe Gebirge, die sturmgepeitschte Küste am Atlantik, der Kunene-Fluss im Norden und undurchdringliche Wüstengebiete halten auch heute noch viele Fremde vom riesengroßen Kaokoland fern. Das Nomadenvolk konnte sich so seine überlieferte Lebensweise und seine Kultur zum überwiegenden Teil bewahren.

Mit seinen gewaltigen Viehherden zieht der Stamm durchs Land, stets auf der Suche nach geeigneten Weideflächen für Rinder und Ziegen. Haben die Himba einen fruchtbaren Platz gefunden, dann bauen sie sogar etwas Mais und Kürbis an. Die eigentliche Lebensgrundlage aber bilden die Rinderherden. Geschlachtet wird eines der Tiere jedoch nur zu besonderen Anlässen; ansonsten besteht die Altagsspeise der Himba aus geronnener Kuhmilch.

Prächtige Schmuckutensilien zieren die Himba. Verheiratete Männer erkennt man an ihrem Turban, verheiratete Frauen an ihrem Fellkrönchen. Außerdem flechten sie sich nach der Heirat lange dünne Zöpfe, allerdings nicht aus ihrem eigenen Haar, sondern aus dem ihrer kahlgeschorenen jüngeren Brüder. Eine Mischung aus Butter, zu Pulver zermahlenen eisenhaltigen Steinen und aromatischen Kräutern ergibt die sog. Kaokoland-Myrrhe. Mit dieser Fettcreme - für Frauen rot, für Männer schwarz gefärbt -reiben die Himba ihre Körper ein. Dadurch beugen sie dem Flüssigkeitsverlust vor. Besonders interessant sind ihre lebendig gehaltenen Mythen und Gebräuche, vor allem das Verhältnis zu den Verstorbenen. Die Himba schreiben den Toten eine wichtige Rolle für ihr Leben und Wohlergehen zu. Um eine Brücke zwischen Lebenden und Verstorbenen aufrechtzuerhalten, hüten sie ihr heiliges Feuer, eine Flamme, die niemals erlöschen darf.

Die bis vor wenigen Jahren noch relativ intakte Welt der Himba ist jedoch leider im Begriff zu zerfallen. Immer mehr Angehörige des Volkes kommen inzwischen in die Stadt, um zu betteln oder sich gegen Trinkgeld von Touristen fotografieren zu lassen. Ethnologen gehen davon aus, dass allenfalls die heute erwachsenen Himba ihr Leben in den traditionellen Strukturen zu Ende führen werden. Die Jüngeren können sich dem Einfluss der Zivilisation kaum noch entziehen. Das Naturvolk kämpft, zerrissen zwischen Tradition und dem Hereindrängen des „Fortschritts“, um sein Überleben.

Um jedoch das Kulturerbe der Himba zu schützen, sollte die Region nur unter der sachkundigen Reiseleitung eines örtlichen Veranstalters bereist werden.


Sehenswertes

In Opuwo, mit ca. 4000 Einwohnern die einzige Stadt im Kaokoland, gibt es Läden, ein Krankenhaus und Schulen. Im Straßenbild treffen verschiedene Kulturen aufeinander: traditionell lebende Himba, Herero in „wilhelminischer“ Tracht und europäisch gekleidete Schwarze. Die meisten Weißen sind weggezogen. Ein herrlicher Blick auf Opuwo und die Landschaft der Umgebung hat man von einem Berg nördlich der Stadt, dessen Gipfel mit einem Allradfahrzeug erreicht werden kann.

Neben einer Lodge gibt es drei Guesthouses in Opuwo, die allerdings nicht durchgehend geöffnet sind.
Ein Blick in das Tal des Kunene ist sensationell: In weiten Bögen zieht sich der Fluss durch die Berge und läßt an seinen Ufern Oasen mit einer außergewöhnlichen Palmenpracht gedeihen. Und der Wind bringt neue Töne: das Rauschen der Epupa-Fälle (280 km von Sesfontein, 170 Km von Opuwo). Viele kleine Wasserfälle stürzen im Halbkreis in einem Strom wieder zusammen, der sich seinen Weg durch die Schluchten weiter nach Westen bahnt - ein kleines Paradies an der Grenzlinie zwischen Namibia und Angola und zudem ein großartiges Naturschauspiel inmitten üppiger Vegetation. Die schalenförmig ausgewaschenen Felsen laden zum erfrischenden Bad im quirligen Wasser des Kunene ein. Doch extreme Vorsicht ist geboten: Im Uferbereich können Krokodile lauern.

Wüstenfreunde kommen im Hartmann-Valley auf ihre Kosten. Eine unbeschreibliche Kombination von Weite und Farben. Eine Landschaft in Pastelltönen: auf der einen Seite das lang gezogene Gebirgsmassiv und gegenüber Formationen halbversandeter Gesteine, umgeben von prachtvollen Sanddünen. Bis zu 200 m hoch türmen sich diese Dünen - ein majestätischer Anblick.

Zwischen Opuwo und Warmquelle liegen die Giraffenberge. Eine Fahrt durch diese Landschaft hat etwas achterbahnhaftes: Die Straßen verlaufen in ständigem Auf und Ab, vergleichbar einer anrollenden Brandung mit dicht aufeinanderfolgenden Wellenbergen. Rechts und links bizarr geformte Felsen, Steinhaufen, wie von Riesen aufgetürmt; daneben die strengen Formen der Tafelberge, kegelförmige und vulkanartige Erhebungen. Vielfarbige Gebirgszüge fügten sich hier vor ca. 200 Mio. Jahren zu ganz außergewöhnlichen Felsformationen zusammen. Bäume mit schneeweißen Stämmen wachsen aus violetten Felsen heraus. In der Regenzeit trifft man sogar urplötzlich auf saftiges Grün mit gelben und orangen Blumen: eine paradiesisch anmutende Landschaft.

Ca. 600 m hoch gelegen, inmitten einer weiten, von Tafelbergen bestimmten Landschaft liegt der Ort Warmquelle. Heiße Thermalquellen laden hier zum Entspannen ein.

Nicht weit entfernt, im Tal des Hoanib, befindet sich Sesfontein, dessen Name
durch die dort befindlichen sechs Quellen entstanden ist. In deutscher Kolonialzeit war Sesfontein der nord-westliche Vorposten.

Das richtige Verhalten

Um die ansässigen Völker und die Ressourcen der Natur zu schützen, sollten Sie nur mit einem Veranstalter ins Kaokoland reisen. Außerdem sind die Gebiete nicht ungefährlich: Wasser ist nur an wenigen Orten zu finden, Straßenschilder, Telefone oder Tankstellen sind nicht vorhanden. Viele der Straßenkarten sind zudem äußerst ungenau und daher eine Gefahrenquelle für alle Nichtkenner des Gebietes.

Aus diesem Grund sollten Sie folgende Hinweise unbedingt beachten:


Fahrtipps und Sicherheitshinweise

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