Namibia - Zauber der Vogelwelt

Als ein wirkliches “Land der Kontraste” birgt Namibia auch eine kontrastreiche Vogelwelt. Da sind z. B. Seeschwalben, die mitten in der Hitze der Namib-Wüste brüten, Schwalben, die ihre Erdhöhlen tief in die steilen Uferböschungen der Trockenflüsse graben, Webervögel, deren kunstvolle Nester wie Christbaumschmuck in den Bäumen hängen, oder die vielen Zugvögel, die im europäischem Winter in Namibia brüten. Einige Arten sind nur in Namibia zu finden und haben sich den harten Bedingungen der Wüste angepaßt. Manche Arten sind im ganzen Land zu entdecken: in der Wüste, in den Grassavannen, im Buschfeld oder dem subtropischen Gebiet des Kavango und im Caprivi-Zipfel


Die fliegenden Bewohner Namibias


Ein erster Überblick

Namibias Besucher erkennen schnell, dass das Land ein Paradies für gefiederte Freunde ist. Über 620 der 887 im südlichen Afrika verzeichneten Vogelarten lassen sich allein in Namibia beobachten. Davon brüten 500 dieser Vögel im Land, die anderen sind Zugvögel. 11 dieser Spezies sind heimische Vögel, das heißt, 75 % ihres Bestandes wurden in Namibia gefunden. Dazu zählen z.B. Herero-Chat, Felsenrenner, Monteiro`s Hornbill und Damara-Schwalbe (99%).

Oft zu beobachten ist der Fischadler, der an Seen, Flüssen und Sümpfen Afrikas zu Hause ist. Er findet sich sogar im Wappen Namibias. Die Perlhühner hingegen sind gleichsam zum Nationalvogel Namibias geworden. Zumindest spielen sie in der bildenden Kunst als Motiv eine große Rolle.

Unter den Wasservögeln fallen vor allem die Flamingos, Pelikane und Marabus ins Auge, aber auch zahlreiche Gänse- und Entenarten. Wer Glück hat kann die Kapgeier bei ihrem permanenten Streit um Futter beobachten, oder den Sekretär, der mehr läuft als fliegt und der seine Lieblingsspeise, Schlangen, mit wenigen kräftigen Hieben seiner Fänge erledigt; oder das Namaflughuhn, das ein, zwei Stunden nach Sonnenaufgang die Wasserlöcher (vor allem in der Etosha-Pfanne) bevölkert und deren Männchen zwischen den Brustfedern Wasser speichern können, das sie über viele Kilometer zu ihren Jungen transportieren.

Während der Regenzeit wird das Brutkleid hauptsächlich der männlichen Vögel zu einem kunstvollen Farbenspiel. So kann man zum Beispiel den Maskenweber beim Nestbau beobachten. Der gelbe Vogel mit der schwarzen Gesichtsmaske baut in wenigen Tagen nur mit dem Schnabel ein kunstvoll geflochtenes Kugelnest, welches dann von dem unscheinbaren braungrauen Weibchen inspiziert wird. Oft muss der geplagte Bauherr danach wieder das Nest abreißen und ein neues bauen, da es nicht den Vorstellungen des Weibchens entspricht.

Die Webervögel sind übrigens für die Besucher Namibias von ganz besonderem Interesse. Es gibt zahlreiche Arten im Land. Ein bekanntes Merkmal, vor allem in den südlichen Gebieten, sind die Nester der Siedelweber, im Volksmund Gesellschaftsvögel genannt. Sie bauen ihre ungewöhnlichen Gemeinschaftsnester meist in Bäumen oder auf Telefonmasten. Ein Nest dieser spatzengroßen Weber kann über eine Tonne wiegen und hat durch sein Gewicht schon manchen dicken Ast abgebrochen. Täglich bauen zahlreiche Familien an diesem gemeinsamen Nest aus trockenem Gras. Jedes Vogelpaar hat jedoch darin seine eigene “kleine Wohnung”. Wie sich herausgestellt hat, sind diese außerordentlich großen Nester, in denen mehrere hundert Vögel zusammenleben, teilweise seit mehr als 100 Jahren in Gebrauch.

An der Küste Namibias brüten zahlreiche Seevögel, z.B. Kormorane, Pelikane, Seeschwalben und Regenpfeifer. Fast ausschließlich - bis auf wenige Exemplare in Südafrika - brüten die seltenen Damara-Seeschwalben in den weiten Steinflächen der Namibwüste. Im Dezember und Januar legen sie je ein Ei pro Paar bis zu fünf Kilometer vom Meer entfernt mitten in die Wüste. Wenn das gutgetarnte Küken geschlüpft ist, verlässt es sofort das Nest, das nur aus einer Mulde im Sand besteht. Die Eltern müssen mit jedem kleinen Fisch, den sie fangen, kilometerweit in die Wüste fliegen, um das Küken zu füttern.

Einer der bekanntesten Vögel des Landes ist der Rotbauchwürger, der im Volksmund Reichsvogel genannt wird. Diesen Namen verdankt er seinen Farben: Rot, Weiß und Schwarz. Farbenprächtig ist auch die Gabelracke, die meist am Straßenrand gesehen werden kann, aber leider auch oft überfahren wird, da sie Insekten vor den herankommenden Autos zu fangen versucht.

Auch eine große Anzahl verschiedener Raubvögel ist in Namibia heimisch. Der bunteste und auch der Flugkünstler unter ihnen ist der Gaukler. Der größte und majestätischste ist der schwarze Felsenadler mit dem weißen V auf dem Rücken. Ein Paar dieser Adler brütet im Oktober auf der Gästefarm Dabis.

In der Regenzeit sind oft hunderte von Schwarzen Milanen und Schmarotzermilanen zu sehen, die aus der nördlichen Region Namibias, Zentralafrika, Arabien, Europa und Asien kommen.

Die kleinste Eule des Landes ist der Perlkauz, im Volksmund auch Tonleiterkauz genannt, da sein Pfeifen der Tonleiter ähnlich ist. Der Perlkauz kann oft sogar während des Tages beobachtet werden. Übrigens: Wenn er in die entgegengesetzte Richtung schaut, erscheint ein zweites Gesicht auf seinem Hinterkopf. Dies dient dazu eventuelle Feinde abzuschrecken. Er ernährt sich von Insekten, Nagetieren und kleinen Vögeln.

An der Küste in Lagunen, an Dämmen und an Flüssen sind häufig Stelzenläufer zu finden. Dort sieht man sie auf der Suche nach kleinen Insekten eifrig durch das flache Wasser laufen.

In Namibia gibt es fünf Toko-Arten, die im Volksmund auch Pfefferfresser genannt werden. Während der Brutzeit mauert sich das Weibchen in einen hohlen Baumstamm ein. Dort mausert es und brütet die Einer aus. In dieser Zeit muss es vom Männchen gefüttert werden.

Zu den meistfotografiertesten Vogelarten im südlichen Afrika gehört der Paradiesschnäpper, da die Männchen dieser rostbraunen spatzengroßen Vögel ein sehr langes Schwanzgefieder haben (fast das Dreifache der eigenen Körperlänge) und ein kleines Nest bauen, auf dem der brütende Vogel ganz zu sehen ist. Sie sind nicht scheu, aber äußerst flink im Flug zwischen den Zweigen.

Die Beispiele zeigen eindrücklich, dass die Vogelwelt Namibias ausgesprochen vielfältig ist. Schon deshalb lohnt sich ein Besuch, besonders im namibischen Sommer, der zugleich Regenzeit ist. Für alle Vogelfreunde liegen auf den meisten Gästefarmen und Lodges Bücher und Listen von den Arten aus, die es dort zu sehen gibt.


Ornithologen erzählen


Vogelbeobachtungen in Okaukuejo

Etwa dreißig Meter nördlich vom riedgedeckten Beobachtungsplatz für die Wasserstelle in Okaukuejo, am Zaun, befindet sich ein kleiner verborgener Wassertümpel. Dort sitzt der Graukopfsperling im Busch, grau mit kastanienbrauner Schulter, und der ebenso große Rotbraune Sperling. Beide zeigen im Flug den rostroten Bürzel. Der rotbraune Sperling hat mehr Rot im Gefieder, im besonderen einen braunroten Streifen über dem Auge bis in den Nacken. Er ist scheu und still. In den Zweigen über dem Tümpel sitzen kleine Vögel mit rotem Kopf, fein quergestreiftem hellen Gefieder und dickem Samenfresser-Schnabel: die Rotkopfamadine, deren Brutzeit im Winter liegt und die dafür mit zwei bis drei Paaren benachbarte Nisthöhlen in Gesellschaftsvogelnestern in Anspruch nimmt. Sie wandern viel, manchmal in riesigen Scharen, die koordinierte Flugmanöver ausführen.

Hier im dichten Gebüsch findet sich auch der Granatastrild, hübsch anzusehen: langer schwarzer Schwanz, kaffeebraun, kobaltblaue Stirn und Bürzel und lila um das kirschrote Auge herum - einfach prachtvoll! Im Ruhekleid präsentieren sich die beiden Weberarten, die im Winter hier sind. Sie sind kaum voneinander zu unterscheiden: der Maskenweber und der Cabanisweber. Jetzt ähneln sie mit leicht gelber Kehle und hellem Bauchgefieder ihren weiblichen Partnern. Ein dunkelgrauer Vogel bewegt sich scheu durch das dichte Grün, es ist der Meisensänger. Er hebt sich seine gute Sangeskunst für den Sommer auf, für die Brutzeit. Diagnostisch ist das rostrote Unterschwanzdreieck und die weiße Iris.

Ein Brubru taucht kurz auf, jedoch lang genug, um ihn zu identifizieren: die schwarze Krone wird durch den weißen Überaugenstreifen betont, hellbraun-gestreifte Flanken begrenzen den weißen Bauch. Die Kehle, der Rücken und die Flügeldecken sind graumeliert. Am Himmel gleitet die Felsenschwalbe im geschwinden Flug in guter Höhe daher. Sie ist grau mit hellem Bauch und hat keinen typischen Schwalbenschwanz.

In der Nähe des Forschungsinstituts von Okaukuejo saßen wir mittags mit dem Fernglas im Schatten und warteten auf unsere geflügelten Freunde. Ein Priritschnäpper flog in die Nähe und warf mir einen kritischen Blick zu, als wir ihm seinen Pfiff vormachten. Er verschwand eiligst, aber nach einer Weile pfiff er klar und munter seine Staccatotonleiter.

Ein Kalahariheckensänger kam geflogen, fächerte den braunschwarzweißen Schwanz bei der Landung unter einem Baum, entdeckte ein Insekt im Busch und wollte es gerade verspeisen, als eine viel größere Damara-Tschagra aus dem Dickicht trat, offensichtlich, um dem Kleinen die Beute zu rauben. Der aber war zu flink. Die Tschagra ist erdbraun, hat einen weißen, schmalen Überaugenstreifen und kräftig kastanienbraune Flügeldecken. Ein Bulbul gab der sonst schweigsamen Szene eine musikalische Untermalung.

Nun beschäftigte sich noch ein kleiner Kerl da im Dickicht, bewegte sich von unten aufwärts, verschwand und wiederholte das beim nächsten Busch. Durchs Fernglas war die feine Querstreifung des Gefieders vom Kinn bis zum Bauch zu erkennen, Rücken und Flügel waren tiefbraun. Er hatte einen schlanken Insektenfängerschnabel: es war ein Bindensänger.

Leise warnt eine Brustbandprinie “Kzi-kzi-kzi”. Sie ist zierlich und unscheinbar, oben braun, hellgelb am Bauch, die Kehle weiß und sie hat einen sehr langen, geraden, dünnen Schwanz, den sie ab und zu kokett seitwärts hält. Es ist möglich, dass sie gerade brütet. Meistens, nicht immer, trägt sie dann das schwarze Brustband, das ihr den Namen gab. Etwas weiter weg sind Rotschulterglanzstare gesellig beieinander, und unter ihnen sind graubraune Vögel, die sich genauso verhalten, wie die grünblau-schillernde Gesellschaft: es sind Lappenstare im Ruhekleid. Einige sind hellbraun und haben sogar Lappenansätze am Kopf. Das sind Männchen, die in der Brutzeit kleine schwarze Lappen an Stirn und Kehle entwickeln und dazu einen zitronengelben Hinterkopf. Sie sind gesellige Nomaden, bei denen beide Geschlechter den Nestbau, das Brüten und die Aufzucht der Jungen bewerkstelligen.

Eigentlich ein Bewohner felsiger Gegend, haben wir doch im Rastlager einen Kurzzehenrötel gesehen, der sich durch einen blaugrauen Kapuzenmantel bei rostroter Brust und ebensolchem Bauch auszeichnet. Der silbrig weiße Überaugenstreifen unterscheidet ihn von anderen Röteln.

Am südlichen Rand der Etosha Pfanne erstreckt sich von Namutoni bis Okaukuejo und darüber hinaus bis Adamax und Osonjuitji m`Bari Grasland mit kurzwüchsigen Gräsern auf Kalkboden, unterbrochen von Busch- und Bauminseln. Von Okaukuejo nach Norden über Ondeka hinaus liegt die Sandveld-Savanne mit isoliertem Akazienbewuchs. Südlich vom Rastlager kommt man bald in den Mopanebusch. Hier nun findet man die Gackeltrappe, oft einzeln und gar nicht scheu. Der Hahn hat einen deutlich weißen Ohrfleck im schwarzen Gesicht, Hals und Bauch sind ebenfalls tiefschwarz, Rücken und Flügel sind braunschwarz gestreift und dazu hat er intensiv gelbe Beine. Den auffällig roten Schnabel hat auch das in der Nähe stehende unscheinbare Weibchen. Im Sommer zur Brutzeit vollführen oft mehrere Hähne eindrucksvolle und geräuschstarke Werbungsflüge vor einer Auserkorenen.
Es fällt auf, daß in manchen Dornbäumen - meistens nur auf einer Seite - unordentliche Nester hängen, als habe jemand Heu händeweise dort hinaufgeworfen. Es sind tatsächlich Nester.

Ihr ungeordnet scheinendes Äußeres mag dazu dienen, Schlangen abzuwehren. Innen sind sie so wohnlich, dass ihr Baumeister das ganze Jahr über dort wohnen bleibt. Das Nest hat zwei Ausgänge. Zur Brutzeit wird einer verschlossen und dient dann als Nisthöhle, der andere Ausgang kann ein bis zu 30 cm langer Tunnel sein. Hier herrscht der Mahaliweber, dessen breiter weißer Überaugenstreifen und aufdringliches Zwitschern sogleich auffallen.

Und endlich sehen wir einen Raubvogel: ein Steppenfalke sitzt auf einem niedrigen Busch, schön von der Abendsonne beschienen, die die Längs- und Querstreifung in seinem braunen Gefieder erkennen läßt. Die milchig-weiße Iris ist sein Unterscheidungsmerkmal. Seine Beute könnte die kleine Gelbbaucheremomela sein, die wir ruhelos in einem hohen Busch von Ast zu Ast hüpfen sehen. Sie gehört zu den Einödsängern. Sie hat eine hellgelbe Unterschwanzpartie, ist kurzschwänzig und zutraulich. Wir werfen unwillkürlich einen Blick auf den in der Nähe sitzenden Steppenfalken

Genauso neugierig verhält sich auch der aschgraue Graulärmvogel, den wir als nächsten erblicken. Er heißt auch ”Go-away-bird” weil sein Ruf so ähnlich wie “Go-wääh” (Geh`weg!) klingt. Dabei stellt er den grauen Kamm hoch. Wenn er sich im Baum bewegt, denkt man manchmal, er habe vier Beine, so geschickt webt und windet er sich durch das Laub.

Auf der Fahrt am Pfannenrand entlang nach Osten bis Kapupuhedi und gen Norden bis Adamax ist man im Revier der Bodenvögel. Neben der Gackeltrappe gibt es hier den Ameisenschmätzer, einen braunschwarzen Vogel, der gern - aufrecht wie ein Grenadier - auf Erdhügeln Ausschau hält. Man sieht nur dann das Weiß in seinen Flügeln, wenn er eine kleine Runde fliegt. Bei der Landung hebt und senkt er den Schwanz, selten einmal zuckt er dabei mit den Flügeln wie die anderen Schmätzer. Und da sitzt noch einer ebenso groß wie der vorige, auf dem Ausguck am Boden. Er hüpft in langen Sätzen auf eine Beute zu, schnappt sie und fliegt zurück zu dem Stein, auf dem er saß - dort hebt und senkt er den Schwanz. Es wird angenommen, daß diese intra-afrikanischen Wandervögel im Norden Namibias ansässig geworden sind.
Und wer ist das? Der Erdschmätzer, der einen schwarzen Latz, eine schwarze Halbmaske und einen breiten, weißen Überaugenstreifen trägt.

Im trockenen Westen der Etosha Pfanne gibt es auch das Schnurrbärtchen, einen astrildgroßen, meistens im Schwarm auf dem Boden herumhüpfenden Vogel, der mit schwarzweiß getüpfelter Stirn, Bartstreifen und weißgeränderten Flügelfedern überaus adrett aussieht. Manchmal schlafen zehn bis zwölf dieser Vögel zusammen in einem dünnwandigen Schlafnest, durch dessen Decke sie vereint ausbrechen, wenn Gefahr naht. Die Riesentrappe schreitet gravitätisch, den Kopf vor- und zurück-schwingend über die Steppe, meistens einzeln und durch ihre Größe unverkennbar. In der Mittagshitze steht sie im Schatten eines Baumes und kann so schnell übersehen werden.

Nicht ganz so vornehm und gelassen in der Gangart sind die Strauße, die einen sicheren Abstand halten. Die bis zu 2,80 Meter großen und bis zu 150 kg schweren afrikanische Laufvögel werden des öfteren am Namibia-Reisenden mit 50 Km/h vorbeisprinten. Im südlichen Sommer, zwischen Oktober und März, sind die Tiere in Paarungslaune. Dann tragen die schwarzweißen Hähne leuchtendes Rot auf Läufen, Hals und Schnabel. Die Hennen überbieten sich gegenseitig in Balzgesten, wobei sie mit den Augendeckeln klimpern, tänzeln, zu Boden sinken, leicht mit den Flügeln schlagen und sich im Staub winden. Der Hahn kann beim Werbetanz, wie beim “Hulahopp”, tief in die Knie gehen. Mehrere Hennen gehören zu einem Hahn, und sie legen ihre Eier in ein gemeinschaftliches Nest, wo sie tagsüber von der Haupthenne, nachts vom Hahn gebrütet werden. Die Küken kriechen nach sechs Wochen aus den Schalen und mit drei Monaten sammeln sie sich zu “Kindergärten” von mehreren Familien und werden von zwei bis drei erwachsenen Vögeln gefüttert. Da Strauße nur zwei Zehen haben, sind ihre Fährten gut zu erkennen. Sie werden erst mit drei, vier Jahren geschlechtsreif.

Straußenfarmen können auch besichtigt werden. Informationen erhält man bei:

Bogi Game International
P.O. Box 24 Witvlei
Tel. 062/570079 Fax 570063

Ombo Straußenfarm
P.O. Box 1364 Okahandja
Tel. 062/501176 Fax. 502315

Ostrich Farm
P.O. Box 336 Mariental
Tel. 063/240350

Straußenfarm
P.O. Box 652 Grootfontein
Tel. 06738 Vermittlung nach 83130
Fax. 067/242611

Die Kapkrähe und der Schildrabe streichen über die Savanne und sitzen, im Winde balancierend, zusammen auf einem Busch. Auf Ausguckkästen sitzt der Fiskalwürger, aufmerksam, jedoch nicht scheu. Es ist die westliche Subspezies, die einen deutlichen weißen Überaugenstreifen hat, dazu das übliche weiße “V” auf dem Rücken. Er legt sich gelegentlich eine Speisekammer an, indem er seine Beute auf lange Dornen aufspießt, um sie später zu verspeisen oder auch nicht.

Bei einem Besuch in Okaukuejo kann der Vogelliebhaber mit etwas Geduld einen guten Einblick in die Vogelwelt erhalten. Allein im Etosha-National-Park gibt es 340 verschiedene Vogelarten.


Ein mächtiger Afrikaner


Vogelleben im Affenbrotbaum

Während der Regenzeit wählen zahlreiche Vogelarten den Affenbrotbaum als Nistplatz. Zu ihnen gehören der Bartvogel, der Eisvogel, der Trauerdrongo, die Spitzschwanzparadieswitwe, der Zimttroller, der rotstirnige Zwergbartvogel, der gelbstirnige Zwergbartvogel und der Rotschnabeltoko.

Nistet ein Adlerpaar auf dem Affenbrotbaum, so bauen andere Vögel hier um so lieber ihr Nest. Der Adler stellt für sie keine Gefahr dar, weil er auf kleinere Vögel keine Jagd macht, doch er hält auch gefährliche Schlangen wie die Baumschlange fern, die im Affenbrotbaum sehr gerne verweilen. Außerdem greift der Adler seinen unmittelbaren Nestnachbarn nicht an, sondern er geht anderswo auf Beutejagd.

Der Rotschnabeltoko ist ein ständiger Bewohner des Affenbrotbaumes. Er baut sein Nest in einer Höhle im Stamm, wo sich das Weibchen mit den Jungen während sechs Wochen von der Außenwelt abschirmt, während das Männchen zur Nahrungssuche pro Tag bis zu vierzig Mal ausfliegt. Mit Kotresten pflastert das Weibchen das Nest von innen her bis auf einen 5 cm breiten Schlitz zu, durch den ihr das Männchen die Nahrung reicht. Während der Zeit seiner Abschirmung verliert das Weibchen alle Federn, so dass die Abhängigkeit vom Männchen noch verstärkt wird.

Auch Büffelweber und Scharlachweber bauen ihr laternenförmiges Nest im Affenbrotbaum. Das Männchen muss oft bis zu zehn Nester bauen, bis das Weibchen den Brutplatz annimmt, wobei es als Zeichen des Einverständnisses selber ein Zweiglein zum Nestbau beifügt. In den überhängenden Zweigen kann man Turteltauben ruhig auf ihren Nestern sitzen sehen, obgleich ein wütender Sturm tobt. Auf einem Baumstumpf hat ein stelzbeiniger Ibis sein Nest angelegt: sein lauter Ruf “Wawa = wa`” ist ein Ton, den kein Afrika-Reisender mehr vergessen kann, so wenig, wie da Pfeifen eines Fischaars.

Hoch auf fliegt der Regenpfeifer vor den Füßen des Betrachters, um durch sein lautes Geschrei alle Tiere vor der nahenden Gefahr zu warnen. Sein Ruf “Tink-tink-tink” klingt so metallisch, daß die Einheimischen ihm den Namen Setula-Tsipi, das heißt “Eisenhämmerer” gegeben haben. Auf der Schulter trägt dieser merkwürdige Vogel einen scharfen Sporn, wie der Haushahn am Fuß, doch kleiner.

Auch der Madenhacker lebt auf dem Affenbrotbaum. Er hat etwa die Größe einer Drossel, aber sein ganzes Gebaren erinnert mehr an einen Specht. In Afrika findet man ihn auf Tieren wie Giraffen, Nashörnern, Flußpferden und Elandantilopen. Er liebt es, diese Tiere nach Parasiten abzusuchen. Emsig schafft er und streckt seinen Schnabel in alle Falten, Risse und Fugen. Es ist nicht übertrieben, wenn Afrikaforscher sagen, schon an die dreißig Madenhacker gleichzeitig auf einer Gazelle gesehen zu haben. Jedem, der schon mit der Kamera im Feld und Busch gepirscht hat, sind diese Vögel nur zu wohl bekannt - aber nicht in seinem Sinne. Denn wenn man auch aus ihren Vorhandensein mit Sicherheit entnehmen kann, dass Wild in der Nähe ist, so dienen sie gleichzeitig diesem wieder als Wächter. So mancher Ranger kann am Lagerfeuer berichten, wie diese Vögel mit schrillem Kreischen Alarm schlagen und wie dann das gesichtete Großwild nicht mehr zu sehen ist.

Im Affenbrotbaum wohnen auch die Geier, die sehr früh ihre Nester verlassen. Sie sind die letzten Aasräuber, die im Veld auf dem Plan erscheinen. Wenn der Löwe die Reste vom Riss zurückgelassen hat, besorgen Hyäne und Schakal das Aufräumen während der Nacht. Aber beim Morgengrauen sind die Geier schon in den Lüften und ziehen hoch droben ihre Kreise. Dann huschen Hyänen und Schakale zurück in ihre Schlupfwinkel und die Geier schweben herab, um den Schmaus zu vollenden. Mit Geflatter reißen sie sich die Bissen, so daß oft ein großer Federhaufen auf der Stelle zurückbleibt, wenn sie endlich davonfliegen. Das tun sie aber nicht, wenn nicht auch der letzte Knochen vollkommen blankgenagt ist. Manchmal fressen sie sich derart voll, dass sie sich nicht mehr vom Boden erheben können. Gelegentlich kann man sehen, wie sie einen langen Anlauf nehmen müssen, um sich emporschwingen zu können.

Bei den schmausenden Geiern ist meist auch der Marabu anzutreffen. Aber er spielt mehr die Rolle des armen Verwandten, der fürlieb nehmen muss mit den Brocken, die von des anderen Tische fallen. Wie ein Großpapa sieht er aus mit seinem großen Schnabel, seinem dicken Kropf, der wie ein Bart wirkt, seinen langen Beinen und mächtigen Schwingen.

Gravitätisch stelzen sie außen um das Gelage herum und wagen anscheinend nicht, die Geier zu stören, die selber nur ein Drittel so groß sind. Nur hier und da nutzen sie einen unbewachten Augenblick, um sich schnell herbeizumachen und einen Happen zu stibitzen. Wenn das Mahl dann beendet ist, gehen sie mit den Geiern zur Tränke und man sieht dann beide Sorten von Aasfressern stundenlang beim Affenbrotbaum in der Sonnenhitze dastehen oder hocken, bis die Zeit da ist, wo sie ihren Ruheplatz aufsuchen, an dem sie dann die Nacht bis zum nächsten Morgenimbiss zubringen.

Vogelparadies Namibia


Kavango & Caprivi

Aufgrund der vielen Flüsse bietet diese Region interessante Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. 400 verschiedene Arten sind hier zu Hause. Also, Vogellexikon und Feldstecher nicht vergessen!


Lüderitz

In Lüderitz finden sich fast jedes Jahr große Scharen Eilseeschwalben ein, um dort dichtgedrängt zu brüten. Leider können dabei Störungen durch Menschen zu großen Verlusten führen: In dem Moment, in dem die Schwalben auffliegen stürzen sich Hartlaubsmöwen - eine Art, die nur an der südwestlichen Küste Namibias und Südafrikas vorkommt - auf die dann unbewachten Eier.

Hardap Damm

An der 26 km² großen, mit Erde angeschütteten Betonwanne hat sich eine attraktive Vogelkolonie mit Flamingos, Pelikanen, Reihern und Fischadlern angesiedelt.


Tsumeb

Von Tsumeb aus können mit einem Eselskarren Wild- und Vogelbeobachtungen bei den Farmen Bornholm und Ovisume unternommen werden.


Walvis Bay

Ein Ort, der von Touristen vor allem wegen des außerordentlichen Reichtums an Seevögeln besucht wird. Von der Uferpromenade an der Lagune aus kann man Tausende von Wasservögeln beobachten. Über 70 verschiedene Arten haben Ornithologen hier gezählt, darunter so seltene wie beispielsweise die Damaraschwalbe, die Schmarotzerraubmöwe, Grünschenkel, Hirtenregenpfeifer, Graukopffrostgans oder den äußerst scheuen Weißbürzel-Singhabicht. Vor allem aber kann man sich an den unzähligen Flamingos (in Trockenjahren bis zu 20000!) und Pelikanen erfreuen. An der äußersten Lagunenspitze, dem Pelican Point, sind sie besonders gut zu beobachten. Es werden auch Bootsfahrten zur Spitze der Nehrung angeboten.

Sehenswert ist auch Bird Island, die künstliche Guano-Insel. Sie ruht auf tausend eisernen Pfählen und ist 17000 m² groß. Die hölzerne Plattform dient Seevögeln, vor allem Pelikanen und Kormoranen als Nistplatz. Bis zu 1000 Tonnen Kot hinterlassen sie in einem Jahr. Die Hinterlassenschaft wird im Februar nach der Brutzeit abgebaut und als Dünger ins Ausland verkauft.

8 km östlich von Walvis Bay, dort wo sich die höchste Düne der Region, die Düne Nr. 7 erhebt, gibt es ein kleines Vogelschutzgebiet. Ein eigens für Vogelbeobachter errichteter Turm bietet einen guten Überblick über die dort lebenden Tiere.

45 km südlich liegt Sandwich-Harbour im Namib-Naukluft-Park. Die Bucht gehörte lange Walfängern und Schmugglern. In der schilfgesäumten Lagune mit dem Brackwasser finden sich heute besonders viele Vogelpopulationen. Ornithologen und Naturfreunde müssen hierhin! Die Lagune von Sandwich ist nur mit einem Allradfahrzeug zu erreichen. Besucher benötigen einen Erlaubnisschein, der an den Tankstellen in Swakopmund und Walvis Bay und bei der Direktion für Tourismus in Windhoek zu bekommen ist. Die ca. 90 Minuten lange Fahrt zwischen Dünen und Meer ist nicht ohne Tücken: Es geht teilweise durch tiefen Sand, die Strecke ist weder gekennzeichnet noch gar befestigt. Man folgt den Radspuren der Vorgänger. Die Lagunenlandschaft ist ständiger Veränderung unterworfen; Gezeiten und Wind schaffen immer neue Formationen. Doch es lohnt sich! Das Gebiet ist ein wahres Vogelparadies. Es sollte jedoch nur mit örtlicher Reiseleitung erkundet werden.


Waterberg

Über 200 Vogelarten wurden am Waterberg beobachtet, darunter Adler, Falschnäpper, Rüppels- und Rosenpapageien und der Kapgeier, von dem in Namibia nur noch 20 Exemplare leben. Sie werden im sogenannten “Geierrestaurant” gefüttert. Die Tiere können zudem bei Wanderungen oder bei Geländewagen-Safaris beobachtet werden.

Wichtige Adressen

Leider fehlt uns der Platz, alle in Namibia vorkommenden Vogelarten namentlich zu nennen. Es sind einfach zu viele! Weitere Informationen erhalten Vogelfreunde jedoch bei:

Namibia Bird Club
P.O. Box 67 Windhoek
Tel. 061/225372

Namibia Scientific Society
P.O. Box 67 Windhoek
Tel. 061/ 22 5372 Fax. 22 6846

Scientific Society of Swakopmund
Sam Cohen Library
P.O. Box 361 Swakopmund
Tel. 064/402695

Herausgeber und Copyright