Namibia - Aktiv sein im Land der Kontraste


Reiten

Die unendliche Weite, das afrikanische Wild, die romantischen Sonnenuntergänge, die klare Luft und die trockene und harte, jedoch faszinierende Landschaft sind nur einige der vielen Eindrücke, die man in Namibia auf sich einwirken lassen kann. Bei einem Ritt durch Farmgebiete, auf Tuchfühlung mit der Natur, warten unvergessliche Erlebnisse auf jeden Pferdefreund. Auf diese Weise bietet sich die Möglichkeit, sich der Technik und der Zivilisation für ein paar Tage oder gar Wochen zu entziehen und die Ursprünglichkeit der afrikanischen Landschaft mit Flora und Fauna intensiv zu genießen.

Impressionen

Unser Weg von Windhoek zum Atlantischen Ozean ist abenteuerlich: es geht durch das Khomas-Hochland, über die Hakosberge, vorbei an den roten Dünen von Rooisand, durch den Namib-Naukluft-Park, über den Kuisebpaß, durch die Namib-Wüste, über die Welwitschia-Fläche und durch die Mondlandschaft im Swakoptal.

Wir satteln die uns von der Farm Hilton zugeteilten Pferde, die wir am Vortag bei einem Proberitt durch ein ausgetrocknetes Flussbett schon ein bisschen kennengelernt haben. Dann geht es los. Sonnencreme und Hut darf man hier nicht vergessen, denn Temperaturen von 28° Celsius oder mehr sind normal. Das Wasserfass wird an den voll beladenen Lastwagen gehängt. Frederik, unser namibischer Begleiter, trägt das Funkgerät, unsere einzige Verbindung zur Außenwelt. Wir reiten auf Schotter- und Farmwegen und tockenen Flussläufen. Erdmännchen flitzen zur Seite; im Berg sehen wir eine große Affenfamilie. Überall kreischen die grauen Kakadus.

In der Nacht fällt die Temperatur auf 0° Celsius, aber wir werden durch einen Sternenhimmel wie aus dem Bilderbuch belohnt. Am nächsten Tag reiten wir durch ein trockenes Flussbett; links und rechts ragen steile Felswände auf. Der Aufstieg erfolgt zu Fuß. Die Pferde klettern wie Gemsen über das Gestein aus Quarz und Granit. Abwärts kommen wir an Leopardenfallen vorbei und erreichen schließlich eine breite Schotterstraße, die Hauptstraße zum Atlantik, die zum Traben und Galoppieren einlädt. Die nächste Station ist der Namib-Naukluft-Park. Wir reiten über den öden Kuisebpass nach Aruvlei. Über einen kleinen Pad gelangen wir zu einer Wasserstelle. Glutrot geht die Sonne unter. Wir reiten geradewegs durch die Wüste, ohne Weg und Pfad durch ein trockenes Wadi. Wieder wird uns die Weite der Wüste bewusst. Hier leben Pflanzen und Käfer, deren einzige Überlebenshilfe der Nachttau ist. Wir reiten über die Welwitschia-Fläche. 20 Kilometer geht es durch das trockene Swakop Rivier. Und dann sehen wir erstmals wieder richtiges Grün. Wir haben den Atlantischen Ozean erreicht. Über die roten Dünen reiten wir zum Meer. Welch ein Erlebnis !

Reit Safari Farm Hilton
A.+W. Fritzsche
P.O. Box 20706 Windhoek
Tel. 062 / 572102 Fax. 061 / 256300
Namibwüstenritt, Kleiner Wüstenritt, Namib Rand Natur Reserve, Panorama-Trail, Kuiseb-Ritt, uvm.

Wanderreiten

Reiten in der Namib

Eine Reittour durch weites, einsames Land, als Nachtquartier ein Zelt inmitten der Wildnis oder einfach nur ein Schlafsack unterm Sternenhimmel - das ist eine packende Herausforderung für jeden europäischen Reiter, der bisher nur Halle und Platz und höchstens einen sonntäglichen Ausritt kannte. Beim Trekking durch die Namib entdeckt man ein ganz neues Gefühl der Freiheit. Allerdings muss man dafür nicht nur sattelfest, sondern auch körperlich fit sein. Denn das extrem schwierige Gelände mit seinen großen Höhenunterschieden verlangt sowohl dem Pferd als auch dem Reiter viel ab.

Der Khomas-Trail

Eine beliebte Trekkingtour ist der Khomas-Trail. Charakteristisch für das zentral gelegene Khomas-Hochland (1500 bis 2000 m) sind unendlich scheinende Hügel, die sich teilweise am fernen Horizont in Hochplateaus verlieren oder in schroffe Gebirgswände übergehen, um dann im Westen jäh in die Namibwüste abzufallen.

Der Khomas-Trail beginnt auf der Farm Düsternbrook, wo man Leoparden in einem Gehege und bei der Fütterung beobachten kann. Das Farmhaus liegt am Rande des Khomas-Hochlandes auf einer Anhöhe. Wenn man sich gut akklimatisiert hat, beginnt der eigentliche „Khomas Trail“. 4 bis 6 Personen reiten in Begleitung eines ortskundigen Einheimischen entlang des malerischen Trockenflussbetts, in dem man Warzenschweine, Affen und anderes Wild sehen kann. Vorbei an drei alten Missionsgräbern führt der Trail bergauf. Von oben genießt man einen wunderschönen Ausblick in die wildreiche Gebirgslandschaft des Khomas-Hochlandes. Auf den Tagesritten, die bis zu 30 Kilometer betragen können, kann man dem Wild und der Vogelwelt so nahe kommen, wie es sonst nicht einmal der Wanderer zu Fuß schafft. Die Tour dauert zwischen vier und sieben Tagen, Teamgeist und Flexibilität unter den Wanderreitern ist daher gefragt. Für den Khomas-Trail sind mittlere Reitkenntnisse erforderlich.

Anbieter von Reittouren

Goanikontes Trail
Reiten in der Umgebung der Oase Goanikontes. Ausflüge in die Flussbetten des Swakop und Kahns. Nähere Auskünfte sind in der Touristen­information in Swakopmund erhältlich.

Klein-Aus Vista - Namib Desert Horse Adventures
P.O. 25, Aus
Tel. 063 / 258021 Fax. 258021

Namibia Safari Trails
P.O. Box 870 Windhoek
Tel. 061 / 23 2572 Fax. 347 58
Wanderreiten durch das Khomas-Hochland.

Okakambe Trails
P.O. Box 83 Swakopmund
Tel. 064 / 402648 oder 402799
Ausritte rund um Swakopmund, in die Dünen oder an den Strand. Mondscheinritte, Reitunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, Ponyreiten.

Gästefarmen

Empfehlenswert für jeden Reiter ist in jedem Fall ein Aufenthalt auf einer der vielen Gästefarmen Namibias. Den Alltag der Familien auf der Farm und bei Ausritten ins Gelände kennen zu lernen oder auch mal mit dem Pferdewagen durch den Busch, an scheuen Kudus oder neugierigen Pavianen vorbeizufahren, ist ein Erlebnis ganz besonderer Art. Hier hat man die Möglichkeit, mit Menschen, die in Namibia geboren und aufgewachsen sind, nach einem gemeinsamen Ausritt abends am Lagerfeuer zu sitzen. Reitausflüge und längere Wanderreittouren werden angeboten.


Die Wüsten-Pferde von Garup

Weite Sanddünen und Kiesebenen, darauf außer ein paar Büschen und trockenen Gräsern keine Vegetation: Nicht gerade der Lebensraum, den man Pferden sofort zuordnen würde. Und doch gibt es in der Namib seit etwa achtzig Jahren eine Pferdeherde.

Nahe der lange verlassenen Bahnstation Garub, ungefähr achtzig Kilometer östlich von Lüderitz, weiden diese zähen Tiere. Von September bis März regnet es dort kaum, daher ernähren sich die Pferde nur von vier oder fünf Grasarten, die meist überhaupt keine Feuchtigkeit enthalten, von Teilen des Acacia-Baumes und Sträuchern. Nur im afrikanischen Winter, wenn im Juni und Juli kalte Fronten aus Südafrika Feuchtigkeit und manchmal sogar Schnee mitbringen, wird die Wüste grün und fruchtbar. Dann bessert sich der Zustand der Tiere zusehends.

Ihre Herkunft ist bis heute nicht geklärt; wahrscheinlich wurden ihre Vorfahren von den deutschen Schutztruppen zurückgelassen. Vielleicht stammen die Pferdeahnen aber auch aus der Zucht des exzentrischen deutschen Barons Hansheinrich von Wolff, der in der Kolonialzeit 150 Kilometer von Garub entfernt ein Schloss in die Öde baute und dort mit 300 Pferden eine Zucht begann. Was aus ihnen wurde, als der Adlige im Ersten Weltkrieg fiel, weiß niemand. Ihrem Aussehen nach sind die Wüstenpferde eine Mischung aus englischem Vollblut, deutschem Trakehner, englischem Hackney und afrikanischem Cape. Seit acht Jahren stehen sie unter dem Schutz der namibischen Naturschutzbehörde. Wer Glück hat, kann sie auf dem Weg von Aus nach Lüderitz in den Weiten der Namib weiden sehen.

Weitere Informationen :
Klein-Aus Vista
Namib Desert Horse Adventures
P.O. Box 25, Aus
Tel. 063 / 258021 Fax 258021

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