Die ersten Künstler Namibias waren die Buschmänner. Ihre außergewöhnlichen Felsmalereien und Gravuren können in zahlreichen Höhlen im ganzen Land besichtigt werden. Bezogen auf die Größe der Bevölkerung verfügt Namibia heute über eine überraschend große Zahl an Künstlern und Kunsthandwerkern. Während frühere Arbeiten hauptsächlich Landschaften und die Tierwelt darstellten, reflektieren die Künstler der Gegenwart zunehmend die politische und soziale Situation des Landes. Ob in Galerien, Handwerkszentren oder auf Märkten, ob in der Stadt, in ländlichen Gegenden oder sogar beim Händler am Straßenrand - auch dort begegnet dem Reisenden das Land Namibia, spiegeln sich seine Kontraste in den unterschiedlichen Formen der Darstellung. Aber außer Kunsthandwerk gibt es noch andere Souvenirs wie Halbedelsteine, Safarikleidung oder Schuhe aus Robbenleder.
Vieles, was aus der Natur stammt und anschließend durch menschliche Hände gegangen ist, empfiehlt sich als Mitbringsel. Dazu gehören unsortierte polierte Halbedelsteine, wie Achat, Jaspis, Tigerauge oder Amethyst. Auch Mineralien gibt es in großer Auswahl und zu vernünftigen Preisen. Rohdiamanten dagegen sind in Namibia, einem der diamantreichsten Länder der Erde, nicht zu bekommen - allenfalls in Form von Brillanten, die im Ausland bearbeiteten wurden. Auf den Besitz von Rohdiamanten stehen übrigens hohe Strafen.
Die Pelz- und Lederverarbeitung hat in Namibia schon Tradition. Es werden hauptsächlich Produkte aus Swakara, dem heimischen Persianer, angeboten. Außerdem werden die Felle und Häute von Rotkatzen, Schabracken-Schakale und anderer Wildtiere zu modischen Zwecken verarbeitet.
Das Washingtoner Artenschutzabkommen verbietet die Einfuhr von Fellen aller gefleckten Raubkatzen, von Säbelantilopen und Zebras sowie Häuten von Nashörnern, Krokodilen und Elefanten nach Europa. Deshalb gleich ein Karakulprodukt als Bettvorleger oder Wandteppich wählen!
Größere Teppiche können übrigens problemlos per Seefracht nach Hause geschickt werden. Viele Webereien arbeiten sogar auf Bestellung, so dass es möglich ist, das Motiv selber auszuwählen.
Mit Safari-Kleidung kann man sich in Namibia hervorragend eindecken. Die Ware ist in der Regel von sehr guter Qualität.
Die Frauen der Nama, der Damara und der Herero fertige schöne Kleidungsstücke im Ethno-Look an. Verziert sind sie mit Knöpfen aus Antilopenhorn, Perlen aus Straußeneierschalen oder Leder und Holz.
Die traditionellen Schnitz- und Textilarbeiten sind ausgesprochen schön. Die Kooperativen, die das einheimische Kunsthandwerk wiederbeleben und pflegen, wachsen stetig. Viele von ihnen werden staatlich unterstützt, und wer bei ihnen kauft, hilft sehr oft Familien, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind.
Die Innenstadt von Windhoek bietet beste Einkaufsmöglichkeiten. Kaufhäuser, Supermärkte und Drogerien findet man in ausreichender Zahl rund um die Independence Avenue und die mit Gebäuden deutscher Architektur gesäumten Post Street Mall. Zahlreiche Geschäfte, Boutiquen sowie Straßenverkäufer mit einem großen Angebot an afrikanischer Kleidung, Schmuck und Kuriositäten aller Art laden zum Verweilen ein.
Besonders lohnt sich ein Besuch des Windhoek Street Market, der jeden ersten und dritten Samstag im Monat in der Post Street Mall stattfindet (im Januar und in der Vorweihnachtszeit sogar jeden Samstag). 1980 wurde dieser Markt das erste Mal durchgeführt. Übers Geschäft hinaus dient er dazu, sich untereinander auszutauschen und neue Freundschaften zu schließen.
Eine große Auswahl ländlicher Kunst gibt es im Open-air-Market nahe dem Taxistand an der Independence Avenue. Hauptsächlich Holzschnitzerein und Körbe werden dort angeboten.
Am Eingang des Gustav-Voigt-Centres verkaufen Hererofrauen Puppen und traditionelle Kleidung. Nicht weit entfernt befindet sich das Kaiserkrone Shopping Centre. Mit seinen Palmen, Biergärten, Restaurants und Geschäften ist es auf jeden Fall einen Besuch wert. Jeden zweiten Samstag im Monat kann man auf einem kleinen Markt am Zoo-Park typisch namibische Souvenirs kaufen.
Besonders schöne und relativ preisgünstige Stücke gibt es im Namibia Crafts Centre in der Mandume Ndemufayo Ave.40. Hier präsentiert sich nach Herkunft geordnet und zu vernünftigen Preisen das Kunsthandwerk des ganzen Landes, traditionelles ebenso wie neu entwickeltes: Lederarbeiten, verzierte Straußeneier, Musikinstrumente und Schmuckstücke, Ton und Korbwaren aus Caprivi, die Puppen der Herero, die Gürtel, Ketten und der Beinschmuck der Himba, schöne Stickereien, Kleider, Spielzeug, Holz-, Ton- und Lederarbeiten mit modernem Design. Kurz: Kunst und Kulturgeschichte zum Anfassen. Die Öffnungszeiten sind: Mo.-Fr.: 09:00 - 17:30 Uhr, Sa.: 09:00-13:00 Uhr.
Hochwertiges Kunsthandwerk findet man außerdem auch im Souvenir Shop der Alten Feste (Robert Mugabe Ave.).
Zeitgenössische Malerei, Keramik, Kleidung im Ethno-Look und edles Kunsthandwerk gibt es in der Gallery 191 (Independence Ave. 191). Schmuck Edel- und Halbedelsteine, traditionelle Skulpturen und Kunsthandwerk der San werden in verschiedenen Läden rund um die Independence Ave. angeboten. Wer ein altes oder ausgefallenes Stück afrikanischer Schnitzkunst erwerben möchte, sollte allerdings über entsprechende Sachkenntnisse verfügen.
Im sehenswerten Buschman Art and
African Museum (Independence Ave.) findet der interessierte
Besucher neben Artefakte der Buschmänner auch Kunst aus halb
Afrika hauptsächlich südlich des Äquators. Museum
und Verkaufsausstellung sind hier in einer gelungenen Mischung
unter einem Dach untergebracht. Der warme Farbton des Holzfußbodens
der Halle und die weißgetünchten Wände lassen
die ausgestellten Masken, Skulpturen, Trommeln, Stühle, Musikinstrumente
und traditionellen Waffen wunderbar zur Geltung kommen. Die fundierte
Sachkenntnis der Besitzer Heidi und Werner Milke vermittelt dem
Besucher die komplizierten Zusammenhänge der Völker
und ihren Traditionen. Buschman Art ist auch Sonntagmorgen geöffnet.
Ein großes Angebot aus afrikanischem Modeschmuck, Skulpturen,
originellem Briefpapier, gravierten Kalebassen, Hereropuppen und
vielem mehr findet man im Africa Life Style in der
Gartenstraße. Ein Besuch dieses originellen Geschäftes
lohnt sich für Einheimische und Touristen gleichermaßen.
Wer eine ausgezeichnete Kunstausstellung und angenehmes Shopping miteinander verbinden möchte, ist in der Spot On Gallery gut aufgehoben (Independence Ave. 177) . Authentische afrikanische Kunst, typisches Kunsthandwerk, Kleidung, Schmuck und Papierwaren bilden ein interessantes Pendant zur Galerie, in der diverse bekannte Künstler schon seit einigen Jahren erfolgreich ausstellen.
Die Werke unbekannter Künstler findet man im Rabbit In The Hat. Untergebracht in einem alten, restaurierten Haus an der Post Street Mall sind dort Werkstatt und Verkaufsräume unter einem Dach untergebracht. Die Besitzer geben begabten Einheimischen die Möglichkeit, ihre Talente auszuleben, zu zeigen und die so gefertigten Kunstgegenstände zu verkaufen.
Möchte man einen interessanten Ausflug mit einem Einkauf origineller und typisch namibischer Mitbringsel und Geschenke verbinden, empfiehlt sich ein Besuch von PENDUKA in Kututura (geöffnet von 08:00 bis 17:00 Uhr). Das Wort bedeutet in der Sprache der Ovambo und Herero Wacht auf!. Es ist der Name einer Organisation, die den namibischen Frauen helfen will, ein eigenes Einkommen zu verdienen und sich dadurch aus Armut und wirtschaftlicher Abhängigkeit zu befreien. Das Unternehmen bietet behinderten, ungeschulten und arbeitslosen Frauen Gelegenheit, Gegenstände herzustellen, die sich gut verkaufen lassen.
In der Werkstatt von PENDUKA entstehen auf diese Weise schöne Souvenirs, wie Bett- und Tischwäsche, Kissen, Steppdecken, Wandbehänge, Schürzen, Westen, Taschen und zahllose andere Dinge. Aber auch Schmuck aus Leder und Metallperlen aus Kugeln, die aus dem Unabhängigkeitskrieg stammen, gehören zum Angebot. Alle Frauen von für PENDUKA werden angeregt, nach eigenen Entwürfen zu arbeiten. Die Artikel, die man dort kauft, sind also immer Unikate.
Das gemütliche Café auf der Terrasse bietet mit seinem Blick auf die stille Wasserfläche des Goreangab-Stausees nach dem Einkaufsbummel einen angenehmen Platz zum Verweilen. Auf einer kleinen Freilichtbühne werden Stammestänze und traditionelle Musik vorgeführt, und Geschichtenerzähler ziehen das Publikum in ihren Bann. Darüber hinaus kann PENDUKA auch Übernachtugnsmöglichkeiten bieten. Als Quartiere stehen Touristen-Bungalowss zur Verfügung.
1995 startete ein Ausbildungsprogramm für Behinderte: das Ehafo Craft Nursery Projekt. Nur wenige Kilometer von Windhoek entfernt, auf dem Weg zum International Airport, können Gemüse, Topfpflanzen, frische Blumen und sogar Möbel erworben werden. Auch Reparaturen an Schuhen, Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen werden dort preisgünstig erledigt.
Wer Souvenirs aus Holz schätzt, sollte nicht an Okahandja vorbeifahren. Dort wartet der große Holzschnitzermarkt mit einer schier unübersichtlichen Fülle an hübschen Utensilien und Figuren darunter Elefanten von raumbeherrschender Größe auf.
Bereits im Jahre 1979 wurde die der Privatschule von Karibib angegliederte und überaus erfolgreich tätige Webschule mit dem Namen Der Webervogel gegründet. Die dort ausgebildeten Weber erhielten zusätzlich Unterweisung in Deutsch, Mathematik, Zeichnen und Entwerfen. Auf diese Weise errang die Webschule Karibib einen international fest verankerten Ruf. Ein Besuch lohnt sich schon deshalb, weil die Schule vielen einheimischen Frauen einen Arbeitsplatz und somit eine gesicherte Existenz verschafft hat. Der Reisende erlebt bei der Besichtigung das aufregende Zusammenspiel aus Material, Muster, Farben und Inspiration. Die auf diese Weise kunstvoll hergestellten Teppiche aus Karakulwolle werden natürlich auch zum Verkauf angeboten.
Am Ortsausgang von Karibib, auf dem Weg
zur Küste, kommt man am Henckert-Tourist-Centre vorbei.
Hinter der schlichten Fassade verbergen sich 500 m² Verkaufsfläche,
wo Edelsteine, Mineralien und Souvenirs aller Art, die zum größten
Teil aus Namibia stammen, angeboten werden. Das Geschäft
ist an sieben Tagen in der Woche geöffnet und stellt zugleich
eine erste Anlaufstelle für Informationen dar. Hartmut Henckert
hat aus diesem Grunde Namib-i gegründet, ein
Informationsservice speziell für Touristen im Küstengebiet.
Der Betrieb bietet zudem gute Gold- und Silberkollektionen und
darüber hinaus die Dienste von geschickten Goldschmieden
an, die nach individuellen Wünschen der Kunden Edelsteine
zu wunderschönen Schmuckstücken verarbeiten. Die Beratung
ist sehr ausführlich. Es gibt eine hauseigene Schleiferei,
dazu die üblichen, aber auch seltenere afrikanische Souvenirs.
Adresse: Henkert Tourist Centre 8 Main Street Karibib
Sehr schönes Kunsthandwerk aus der Region rund um Tsumeb kann man im Arts and Crafts Centre in der Main St. kaufen. Hier gibt es Kleider, Keramik, Körbe und die Möglichkeit, den Handwerkern und Künstlerinnen bei der Arbeit zuzusehen. Auch außerhalb der Stadt gibt es einen kleinen Markt, an dem Händler unter freiem Himmel ihre Waren anbieten.
In und um Katima Mulilo wimmelt es nur so von Kunsthandwerkern, z.B. Korbmacher, Schnitzer und Töpfer, die ihre Kunstfertigkeiten im Caprivi Art Centre ausstellen. Im Lizauli Traditional Village, an der Grenze zum Mudumu National Park, haben Besucher Gelegenheit, traditionelle Kunstgegenstände und Handarbeiten, Musik und Tanz zu bestaunen. Die Heimat der Holzschnitzer Namibias ist die Stadt Rundu.
Schon seit Generationen wird dieses Handwerk dort ausgeübt, seine kunstvollen Erzeugnisse werden in der Mbungura Woodcraft Cooperative zum Verkauf angeboten.
Was ist weiß, ebenso hart wie Elfenbein, mit einer samtweichen dunkelbraunen Hülle, kann zu Schmuck oder Gebrauchsgegenständen geformt werden und ist mit Holzschnitzereien verziert ?
Antwort: die Makalani-Nuss.
Die Damara im nördlichen Namibia nennen sie auch !uinida, die Herero ozonduka. Schnitzereien aus der Makalani-Nuss sind zur Volkskunst geworden, die bei Namibiern und ausländischen Besuchern gleichermaßen beliebt ist. Die Schnitzereien zeigen Tiere der Region und Szenen des täglichen Lebens. Ein beliebtes Thema ist die Unabhängigkeit Namibias im Jahre 1990 und die farbenprächtige Flagge des Landes. Manchmal enthalten die Schnitzereien auch versteckte Botschaften, die es zu entschlüsseln gilt. Oft sind sie witzig und bringen den Betrachter zum Schmutzeln.
Schon die Owambofrauen des frühen 20. Jahrhunderts trugen ihren Schmuck mit Hingabe und Stolz. Häufigste Stücke waren dekorative Knöpfe - genannt Ekipa. Geschnitzt aus Elfenbein gab es sie in vielen Formen und Größen. Die Anzahl der getragenen Ekipas zeigte den Status der Frau bzw. den Reichtum ihres Ehemanns oder ihrer Familie.
Auch heute noch gibt es Ekipas. Sie werden nach wie vor aus Elfenbein, aber auch aus den Zähnen oder Knochen von Flusspferden hergestellt. Die Makalani-Nuss wir dazu eher selten verwendet.
Ekipas sind immer mit einer oder mehrerer Linien versehen, meist mit verschiedenen Mustern verziert. Es lohnt sich, danach Ausschau zu halten.
Eine große und interessante Auswahl an kostbaren Edel- und Halbedelsteinen werden in Namibia gefunden. Dazu gehören Diamanten, die eine überaus wichtige Rolle in der namibischen Wirtschaft spielen, Aquamarine, Amethyste, Topase, Quartze, der begehrte Turmalin, der in Blau, Grün, Rot, Pink, Gelb und Schwarz vorkommt, die prächtigen dunkelgrünen Dioptase, blutrote Granate aus der Wüste und dem vielseitige Achat mit seinen Strukturen und Farben von Blau, Grau und Orange. Viele Händler in den Hauptzentren des Landes haben sich auf den Schnitt und den Schliff der Steine spezialisiert. Erstklassige Goldschmiede formen diese in Schmuckstücke von ganz besonderer Schönheit - typisch für Namibia.