Namibia - Beeindruckender Süden


Auf den Spuren der Stille

Der Süden Namibias - ein Schauspiel von Fels und Sand, Bergketten und grenzenloser Weite, Himmel und Sonne, tobender Brandung und unfassbarer Stille. Die höchsten Sanddünen der Welt, der zweitgrößte Canyon der Welt und einen ganzen Wald von Köcherbäumen, die es maßgeblich nur in Namibia gibt. Im Osten die Kalahari, im Westen die Namib-Wüste und im Süden der ewig wasserführende Oranje-Fluss, die grüne Ader, die im Atlantischen Ozean endet. Dazwischen eine Landschaft von einzigartiger Schönheit, deren zauberhaftes Farbenspiel mit Worten kaum zu beschreiben ist. Hier erlebt man Natur pur, Einsamkeit, Ruhe, Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft, hartes Überleben, leicht verwundbare Natur, Anpassungsfähigkeit, Wunder - und immer wieder etwas Neues.

  • Menschen des Südens - Die Nama
  • Bethanien
  • Der Fischfluss-Canyon
  • Der Hardap-Stausee
  • Keetmanshoop
  • Lüderitz
  • Helmeringhausen / Maltahöhe
  • Schloss Duwisib
  • Der Namib-Naukluft-Park
  • Der Naukluft - Wanderweg
  • Mit dem Kanu auf dem Oranje
  • Die Wüstenpferde von Garub
  • Die Kalahari

  • Blick nach Süden

    Unendliche Weite soweit das Auge reicht. Wenn die Sonne das halbtrockene Savannengebiet des Südens mit seinen typischen Euphorbien- und Aloengewächsen in ein Meer von Farben verwandelt, kann sich niemand diesem Zauber entziehen.

    Hier im Süden zeigt sich die Natur dem Besucher von ihrer kreativsten Seite:
    mit dem Fishriver Canyon, nach dem Grand Canyon in den USA der zweitgrößte der Welt, mit der Eigenartigkeit des Köcherbaumes, mit Scheinvulkanen, heißen Quellen, mit einmaligen Felsgebilden und mit dem Sossusvlei und seinen Dünen, den höchsten der Welt - rot und endlos. Aber auch der Mensch hat einen Beitrag zur Unverwechselbarkeit dieser Region beigetragen: mit dem Hardap-Stausee. Oder mit Schloss Duwisib, das wie eine Fata Morgana in der wüstenhaften, hügeligen Landschaft erscheint.

    Die Städte und Dörfer in diesem Landesteil, der größer als Deutschland ist, liegen weit auseinander. Durch Farmland, auf dem vorwiegend die berühmten Karakulschafe gezüchtet werden, führt der Weg von Windhoek aus über Rehoboth ins Namaland, dessen Hauptort Gibeon durch die hier gefundenen Bruchstücke eines enormen Meteoritenregens weltbekannt wurde. Eine scheinbar unendliche Weite aus Braun- und Sandtönen dominiert die Landschaft.

    Im Süden Namibias gibt es zwei Wüsten: die Kalahari im Osten und die Namib im Westen. Charakteristisch für die Kalahari sind die langen linearen Dünen aus sehr altem rotem Sand. Die Namib ist dagegen eine ständig wechseln­de Landschaft welliger Dünenmeere und Kiesebenen. Das kalte, blaugrüne Wasser des Atlantiks birgt ungeahnte Schätze - Diamanten, zum großen Teil schon an Land gespült. Die lebenden Schätze zeigen sich in Form von riesigen Fischschwärmen, unzähligen Seevögeln, großen Kolonien der Kap-Pelzrobben und der begehrten Langusten. An der Küste liegt auch das Städtchen Lüderitz, das sich an die aufragenden schwarzen Felsen der Bucht klammert. Das Hinterland erscheint wie eine unheimliche Mondlandschaft aus diamantschimmerndem Kies und fremdartigen Zwerggewächsen.

    Der Süden des Landes hat viele Seiten, die es zu entdecken lohnt. Erleben Sie ein kontrastreiches und faszinierendes sowie ein bezauberndes und besinnliches Namibia. Wandeln Sie auf den "Spuren der Stille" !


    Menschen des Südens


    Die Nama

    Das südliche Namibia ist die Heimat der Nama. Ursprünglich lebten die Nama als Nomaden von Viehzucht, der Jagd und dem Sammeln von Feldfrüchten. Sie selbst bezeichnen sich als Khoi-Khoi (wörtlich: die wahren Menschen) oder als Nama, nach ihrem Siedlungsgebiet Namaqualand, das wiederum nach einem früheren Herrscher benannt ist. Ihre Vorfahren lebten nördlich und südlich des Oranjeflusses. Sie betrachteten alles Land, auf dem sie einmal gejagt hatten, als ihr eigenes, doch wurden sie kontinuierlich von weißen Farmern in andere, nördlichere Regionen verdrängt. Das Volk teilte sich im Laufe der Zeit in viele verschiedene Stämme. Mittlerweile sind fast alle der ca. 90 000 Nama sesshaft geworden. Ihr Siedlungsgebit erstreckt sich bis hinunter zum Kap. Die Nama sind ein recht künstlerisches Volk mit einem besonderen Talent für Musik und Poesie. Zahlreiche Geschichten, Gedichte und Märchen sind von einer Generation zur nächsten mündlich überliefert worden. Sie handeln meist von Liebe, aber auch von Tieren, Pflanzen, von Orten und den Stämmen, von ehemaligen Häuptlingen und anderen berühmten historischen Persönlichkeiten.

    Namafrauen sind geschickte Näherinnen. Ihre Stickereien und Applikationen werden heute als traditionelle Kunst angesehen. Inspiriert durch ihre tägliche Umgebung und die Lebensweise ihres Volkes, bestehen die Arbeiten meist aus hellen und farbigen Motiven, ausdrucksvoll und heiter. Die von den Namafrauen getragenen, selbstgemachten traditionellen Patchworkkleider sind ausnahmslos schön gestaltet. Zwei Projekte fördern und koordinieren diese Talente: ANIN im Hoachanas-Gebiet und Gibeon Folk Art im Dorf von Gibeon. Eine Besonderheit stellen die Teppiche und Decken aus zusammengenähten Häuten heimischer Tiere dar. Sie werden von vielen Händlern entlang der Hauptstraßen nach Süden verkauft.


    Bethanien


    Klein, aber fein - in historischem Sinne -, zeigt sich die Ortschaft Bethanien. Ihren Ruf verdankt sie vor allem zwei Gebäuden, die beide unter Denkmalschutz stehen. Das Schmelenhaus gilt als ältestes von Europäern errichtetes Steinhaus Namibias und wurde nach seinem Erbauer, Pastor Heinrich Schmelen, benannt. Im anderen Gebäude lebte Hauptmann Joseph Fredericks, der im 19. Jahrhundert Oberhaupt der dortigen Nama war. Fredericks ging in die Landesgeschichte ein, als er 1883 dem Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz größere Gebiete Land verkaufte, ohne die weitreichenden Folgen dieses Schrittes abschätzen zu können: Denn die Nama kannten keinen Privatbesitz von Land, sondern nutzten die natürlichen Ressourcen gemeinschaftlich.


    Der Fischfluss-Canyon


    Der Fischfluss-Canyon, der 700 km südlich von Windhoek zu finden ist, zählt zu den größten Naturwundern Afrikas. Die gewaltige Schlucht ist 161 km lang, bis zu 27 km breit und teilweise bis zu 550 m tief. Die steilen Felsen fallen abrupt vom Plateau ab. Der Fischfluß ist der größte Canyon der südlichen Hemisphäre, seine Großartigkeit wird nur vom Grand Canyon in den USA übertroffen.

    Eine 25 km lange Aussichtsstraße führt am Ostrand entlang und bietet einen einmaligen Blick über dieses atemberaubende und beeindruckende Naturschauspiel. Eine Wanderung durch den Canyon ist eine Herausforderung für jeden sportlichen Wanderer. Der Weg beginnt am nördlichen Aussichtspunkt, an dem sich auch das Rastlager Hobas befindet, und führt über 90 km bis zu den heißen Quellen von Ai-Ais.

    Diese beliebte Wanderung dauert vier bis fünf Tage, kann jedoch aus klimatischen Gründen nur in den Wintermonaten von 15. April bis 15. September unternommen werden. Für eine Canyon Wanderung ist eine Reservierung erforderlich, zugleich ist ein ärztliches Attest über körperliche Tauglichkeit vorzulegen. Reservierungen nimmt entgegen:

    Namibia Wildlife Resorts
    The Manager
    Reservations
    Private Bag 13267 Windhoek
    Tel. 061/ 23 6975-8 oder 22 6806 oder 23 2393 Fax. 22 4900 oder 23 2393

    Wichtige Hinweise:

    R
    eservierungen können bis zu 18 Monate im voraus eingereicht werden. Die Bestätigung erfolgt 11 Monate vor Wanderungsbeginn. Die Anmeldungen sollten lange im voraus erfolgen, da die
    Wanderung sehr beliebt ist.

    Das Mindestalter beträgt 12 Jahre. Kinder müssen von Erwachsenen begleitet werden. Jede Wanderung findet grundsätzlich auf eigene Gefahr statt. Die Mitnahme von Tieren ist nicht gestattet.

    Wie bereits erwähnt, liegt am Südende des Canyons das Thermalbad Ai-Ais. Aufgrund seiner 60 ° C heißen Quellen ist es zu einer wahren Oase der Erholung geworden und bietet von Luxus­wohnungen über einfache Hütten bis hin zu Zeltplätzen die verschiedensten Unterkunftsmöglichkeiten.


    Der Hardap-Stausee

    Lohnenswert ist ein Ausflug zum Hardap-Stausee, dem ein Naturschutz- und Erholungspark angeschlossen ist (ca. 25 km nordwestlich von Mariental). Mit seiner 25 km² großen, von Kameldornbäumen umsäumten Wasserfläche bildet er einen scharfen Kontrast zur trockenen Umgebung. Er ist mit einer Kapa­zität von 300 Mio. m³ Wasser der größte Stausee des Landes.

    Am Südufer wurde ein Wildschutzgebiet mit Wanderwegen angelegt, in dem man
    Strauße, Zebras, Kudus, Springböcke und Antilopen beobachten kann. Auch zahlreiche Vogelarten haben sich hier angesiedelt. Ein Fünftel davon sind Wasservögel. So befindet sich am Stausee z.B. eine der größten Rosa-Pelikan-Kolonien Namibias. Sie zählt bis zu 800 Tiere.

    Und auch für Wassersportler und Angler ist der Hardap-Stausee ein ideales Erholungsgebiet. Verschiedene Barben- und Welsarten sorgen dafür, dass die diversen Angelwettbewerbe für die zahlreichen Teilnehmer stets von Erfolg gekrönt sind.

    Das Hardap-Rastlager bietet mit seinen Bungalows und Campingplätzen eine angenehme Unterkunftsmöglichkeit. Buchungen bei:

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    Keetmanshoop

    Keetmanshoop, Sitz der Regionalverwaltung von Karas und Verkehrs- und Wirtschaftszentrum des Südens, liegt 1002 m hoch inmitten eines Karakulschaf-Zuchtgebietes. Nachdem bereits Ende des 18. Jahrhunderts die ersten weißen Siedler die bis dahin hier lebenden Nama verdrängt hatten, kam es 1860 zur Stadtgründung durch die Rheinische Missionsgesellschaft. Noch heute prägen die aus Granitsteinen der Umgebung errichtete Kirche - jetzt Museum zur Lokalgeschichte - und verschiedene andere Kolonialgebäude aus dieser Zeit den Stadtkern. In Keetmanshoop befindet sich auch eines der größten und modernsten Krankenhäuser des Südens.
    In der Nähe der Distrikthauptstadt liegt das wilde Felsengewirr Spielplatz der Riesen (Giant`s Playground). Das Geröllfeld wirkt unaufgeräumt, als hätten tatsächlich Riesen Steinquader wie Bauklötze übereinandergeschichtet und das Gelände fluchtartig verlassen. In Wirklichkeit wurde die seltsame Felsenwelt durch Erosion gestaltet. Manche Führer machen auf den Felsen regelrecht Musik, indem sie mit kleinen Steinen auf den großen Quadern trommeln. Jeder Stein ist ein gewaltiger Resonanzkörper.

    Ein großer Anziehungs­punkt für Besucher der Stadt ist auch der nahe gelegene Köcherbaumwald. 23 km nord­östlich von Keetmanshoop liegt dieses kleine, aber höchst interessante Naturschutzgebiet. Zwischen dunkelroten Ba­saltblöcken verstreut, strecken rund 300 der seltenen Aloe dichotoma ihre filigranen Äste gen Himmel.


    Der Köcherbaum

    Die Köcherbäume, die an Kandelaber erinnern, gibt es nur in Namibia. Durch ihre Maserung erwecken sie den Eindruck, mit einer abblätternden Folie umhüllt zu sein, die bei Sonnenuntergang golden leuchtet.
    Ihren Namen erhielt die z.T. bis zu zehn Meter hohen Sukkulente, weil die Buschleute aus ihren Ästen Köcher für ihre Pfeile herstellten. Das Innere der Bäume läßt sich leicht aushöhlen. Sie sind 200 bis 300 Jahre alt und sehen beim eindrucksvollen afrikanischen Sonnenuntergang ganz besonders schön aus. Sie stehen unter Naturschutz. Der Aloenwald befindet sich auf der Farm Gariganus, er ist jedoch für Besucher gegen eine kleine Eintrittsgebühr ohne weiteres zugänglich.
    An der Hauptstraße zwischen Windhoek und Keetmanshoop liegt der Brukkaros. Düster erhebt er sich 650 Meter über die Ebene. Wegen einer kraterähnlichen Senke am Gipfel (Durchmesser ca. 2000 Meter !) wurde der Berg irrtümlich für einen erloschenen Vulkan gehalten. In dieser wasserreichen Senke wachsen Köcherbäume, und dort lebt auch das Damara-Dik-Dik, eine kleine Antilopenart.


    Lüderitz

    Die Hafenstadt Lüderitz liegt zwischen den Dünen der Namib und den stürmischen Fluten des Atlantischen Ozeans. Sie verdankt ihre Entstehung dem Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz, der sie 1884 gründete. Lüderitz war die erste deutsche Siedlung im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Viele Jugendstilbauten, die um die Jahrhundertwende errichtet wurden, zieren die Stadt und geben dem Ort einen einmaligen Charme. Die schwarzen Felsen und das glitzernde Meer in der Bucht von Lüderitz bilden einen kontrastreichen Hintergrund und untermalen den einzigartigen Charakter der Stadt.

    Eine Erkundungsfahrt um die Bucht mit einsamen Stränden, interessanten Höhlen, Lagunen und Riffen lohnt sich. Es werden außerdem Bootsfahrten entlang der Küste bis zur Robbenkolonie angeboten. Für die Vogelwelt ist die Bucht geradezu ein Paradies, in entsprechend großer Anzahl sind die verschiedensten Arten vertreten. Im Lüderitz-Museum ist die frühe Geschichte des Gebiets dokumentiert. Es zeigt ebenfalls Steine aus den Diamantenminen und beschreibt die Besonderheiten der Namib-Wüste und des Atlantiks.

    Eine Fahrt durch das wildromantische Diamantensperrgebiet von Oranjemund und die Besichtigung der Diamanten-Minen bieten Veranstalter in Lüderitz.

    Als Ausflug von Lüderitz bietet sich die ehemalige Diamantenschürfstelle Kolmanskuppe an, heute eine im Wüstensand versinkende Geisterstadt und Touristenattraktion. Sie liegt ca. 16 km vor den Toren von Lüderitz im Diamantensperrgebiet. Deshalb ist ein Erlaubnisschein der CDM (Consolidated Diamond Mines) erforderlich, den man bei der Lüderitz Foundation in der Bismarck St. erhält. Bis zu 400 Menschen lebten in Kolmanskuppe - trotz des permanenten Wüstenwindes (mit oft bis zu 100 km/h) und des Flugsandes unter erstaunlich komfortablen Bedingungen. Metallschilde schützten die kleinen Vorgärten vor Verwehungen, es gab Strom, Restaurants, einen Ballsaal, ein Casino und eine Kegelbahn, eine Metzgerei, eine Bäckerei sowie eine Schule.


    1956 verließ der letzte Einwohner Kolmanskuppe. In die teilweise erhaltenen Gebäude ist der Sand durch Fenster und Türen eingedrungen und liegt nun meterhoch in den Räumen. Seit 1980 bemüht sich der CDM um den Erhalt der Geisterstadt, die von Souvenirjägern fast vollständig verwüstet worden war. Der Ballsaal und das Casino sind bereits renoviert.


    Helmeringhausen / Maltahöhe

    Der frühere Bezirkshauptmann Burgsdorf gab dem Ort am Rand der 1400 m hohen Schwarzrand-Hochebene den Namen seiner Gemahlin Malta. Wegen des reichlich vorhandenen Wassers wurde an der Stelle eine Siedlung gegründet. Der Ort ist das Zentrum einer Region, in der die Farmen besonders weit verstreut liegen und die Menschen in der rustikalen Bar des Hotels Maltahöhe einen beliebten Begegnungsplatz gefunden haben. Allnächtlich kommt es zwischen Touristen und Einheimischen zum geschwisterlich beseelten Austausch über die Lage der Welt. Tagsüber scheint hier - so wird erzählt - an 360 Tagen im Jahr die Sonne.


    Schloss Duwisib

    Eine Kuriosität, die ihresgleichen sucht, ist das Schloss Duwisib. Am Rande der Namib, ca. 70 km südwestlich von Maltahöhe gelegen, ist es ein wahrer Höhepunkt auf jeder Reise in den Süden. Das Schloss wurde 1908 vom exzentrischen Baron von Wolff für seine amerikanische Frau erbaut. Das bollwerkartige Gebäude besteht aus dem roten Sandstein der Region, ein trutziger, abweisender Bau im Stil der Neoromantik, wie ihn Kaiser Wilhelm II. liebte. Im Inneren: ein Rittersaal mit offenen Kaminen, säbelgeschmückte Wände, luxuriöse Wohn- und Schlafräume, zum Teil mit antiken Möbeln und Wandbehängen ausgestattet. Heute ist das Schloss ein sehenswertes Museum. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Campingplatz.

    Duwisib Schloss
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    Der Namib-Naukluft-Park

    Endlose Weiten, flach und regungslos wie der Ozean an einem windstillen Tag. Wo das Gegenlicht der Dämmerungsstunden das Steppengras vergoldet, werden sie von schroffen Felsformationen und tiefen Canyons abgelöst - das größte Naturschutzgebiet des Landes und das viertgrößte der Welt (über 50 000 km²) präsentiert sich mit einer immer wieder wechselnden, überaus beeindruckenden Landschaft: Erhabene Gebirgsmassive, weite Wüstenebenen, hohe Dünen, tiefe Schluchten und eine den Gezeiten ausgesetzte Lagune. Die Unberührtheit und Naturbelassenheit dieses Gebietes erwecken ein Gefühl grenzenloser Freiheit. Ein Leben ohne Zeit spiegelt sich in den ständig wechselnden Farben und Formen dieser großartigen Landschaft wieder.

    Den absoluten Höhepunkt bietet diese Region im Sossusvlei. Zwischen Swakopmund und Lüderitz liegt diese von den höchsten Dünen der Welt umschlossene Lehmsenke. Das Gebiet ist ein einziges Märchen aus Sand, soweit das Auge reicht. Die Farbschattierungen variieren von Blassgelb bis zu leuchtendem Rot und Orange.

    Die letzten Kilometer bis zum Sossusvlei kann man ausschließlich mit einem Allradfahrzeug bewältigen ( oder zu Fuß in 60 - 90 Min.). Nur selten füllt sich das Sossus­vlei mit Wasser, das dann allmählich wieder verdunstet. Oryxantilopen, Springböcke und Strauße ziehen jedoch das ganze Jahr über in die Senke. Campingplätze gibt es keine, da das Gebiet nur für Tagesbesucher geöffnet ist. Das Tor zum Sossusvlei ist Sesriem. Von dort aus lohnt sich ebenfalls ein Besuch des Sesriem-Canyons. Hier hat sich der Tsauchab eine 2-5 m breite und 30 m tiefe Klamm gegraben. Früher mußten die Fuhrleute sechs Ochseniemen zusammenbinden, um an das Wasser zu gelangen - daher der Name Sesriem.

    Durch weite, offene Ebenen und eine unwirtliche Mondlandschaft am Swakop-Fluss führt die Welwitschia Panoramastraße. Sie verdankt ihren Namen der wohl hartnäckigsten Pflanze in der Namib - der Welwitschia mirabilis. Das fossile Gewächs kann mehrere hundert, sogar tausend Jahre alt werden. Ein besonders großes Exemplar wird gar auf 1500 Jahre geschätzt.

    Nordwestlich von Maltahöhe, an der Straße nach Swakopmund liegen die Naukluft-Berge, die das gebirgige Pla­teau sowie den Randbereich der Namib umfassen. Zahlreiche Bergzebras und andere Tierarten finden dort eine Heimat. An einer Schattenstelle in den Bergen, nahe einer ganzjährig fließenden Quelle, befindet sich ein Campingplatz. Aber auch zahlreiche Gästefarmen und Rastlager bieten dem Besucher zusätzliche Unterkünfte an (s.u.).


    Der Naukluft - Wanderweg

    Das Naukluft-Gebirgsmassiv im Namib-Naukluft-Park gibt dem Wanderer die Möglichkeit, einen ausgedehnten vierstündigen Spaziergang zu machen oder auf einer anstrengenden, vier bis acht Tage dauernden Tour sein Durchhaltevermögen zu testen. Doch die Strapaze lohnt sich. Während der Wanderung offenbart sich eine der schönsten Landschaften Namibias. Tiefe Schluchten, Höhlen und sprudelnde Quellen kennzeichnen die Route, obwohl sie durch scheinbar trockenes Gelände führt. Mit viel Glück kann man auch hier dem Hartmann'schen Bergzebra und mehreren Antilopenarten begegnen. Die Gesamte Wegstrecke beträgt 120 km.

    Neben der 8-Tage-Tour besteht die Möglichkeit, nur die halbe Strecke zu wandern. Diese ersten 4 Tage sind leicht zu bewältigen; die zweite Hälfte der Wanderung ist anstrengender. Bei der Buchung wird jedem Wanderer ein Formular für ein medizinisches Gutachten zugeschickt, das von einem Arzt ausgestellt und dem Aufseher in Naukluft ausgehändigt werden muss. Das Gutachten darf nicht älter als 40 Tage sein. Ausgangspunkt der Wanderung ist der Naukluft Camping Platz.

    Wichtige Hinweise:
    Das Wandern ist wegen der extrem hohen Sommertemperaturen nur vom 01. März bis 31. Oktober erlaubt. In diesen Monaten kann die Wanderung an jedem 1. und 3. Sonntag und Mittwoch unternommen werden. Sie wird auf eigene Gefahr unternommen.

    D
    ie Naukluft mit ihren vielfältigen Möglichkeiten bietet begeisterten Wanderern noch zwei weitere Wanderwege:


    Waterkloof Trail (17 Km)

    Er dauert ca. 6 - 8 Stunden und kann ganzjährig bewandert werden (einfach den bunten Fußspuren folgen). Der Waterkloof Trail beginnt am Naukluft-Parkplatz und ist nicht geführt. Er wird bestimmt durch eine Wüsten- und Rivierflora. Mit etwas Glück begegnet man Bergzebras, Pavianen sowie Gems- und Springböcken.


    Olive Trail (10 Km)

    Diese Wanderung dauert ca. 4 - 5 Stunden und kann, wie der Waterkloof Trail, ganzjährig bewandert werden (einfach den gelben Fußspuren folgen). Der Preis für die Wanderung ist im Campingpreis inklusive.
    Reservierung der Wanderwege bei:
    Namibia Wildlife Resorts
    Director of Tourism
    Reservation Office
    Private Bag 13267 Windhoek
    Tel. 061/ 23 6975-8 oder 22 6806 oder 23 2393 Fax. 22 4900 oder 23 2393


    Naukluft 4 x 4 Trail - für Geländewagen

    Das Abenteuer mit den Geländewagen führt über eine Route von 73 km durch die Naukluftberge. Dem mutigen Fahrer stehen einfache Campingplätze zur Verfügung. Nicht mehr als vier Autos pro Tour dürfen in das Gebiet hinein fahren.

    Reservierungen bei:
    Namibia Wildlife Resorts
    The Manager
    Reservations
    Private Bag 13267 Windhoek
    Tel. 061/ 23 6975-8 oder 22 6806 oder 23 2393 Fax. 22 4900 oder 23 2393


    Südliches Nass


    Mit dem Kanu auf dem Oranje-Fluss

    Abenteuerliche Kanuausflüge auf dem Oranje-Fluss sind ein ganz besonderes Erlebnis. Der Oranje, der vor Millionen Jahren die Diamanten aus dem Inland in den Atlantik spülte, windet sich durch die Namib-Wüste und das Richtersveld-Naturschutzgebiet - manchmal in tiefen, engen Schluchten und manchmal breit und flach, so dass man das Gefühl hat, auf einem See zu sein.

    Erfahrene Reiseführer geleiten interessierte Besucher zu den schönsten Stellen des Oranje-Flusses. Diese Kanufahrten sind auch für Anfänger geeignet, wenngleich manche die Geheimnisse des Flusses mitunter kieloben und kopfunter erkunden. Doch der Oranje ist kein "white water river", kein ungestümer Wildwasserfluss mit reißender Strömung, mächtigen Stromschnellen und schäumender Gischt. Atemberaubend schöne Landschaften und außergewöhnliche Tierbeobachtungen spielen bei diesen fantastischen Ausflügen die Hauptrolle. Und abends werden die Erlebnisse des Tages an den Lagerfeuern der gemütlichen Camps noch einmal nacherzählt. Der Oranje ist bilharziosefrei - wie alle Flüsse Namibias, die von Osten nach Westen fließen. Ein Plumps ins Wasser, ist also überhaupt kein Problem.


    In und um Aus - Die Wüstenpferde von Garub

    Weite Sanddünen und Kiesebenen, darauf außer ein paar Büschen und trockenen Gräsern keine Vegetation: Nicht gerade der Lebensraum, den man Pferden sofort zuordnen würde. Und doch gibt es in der Namib seit etwa achtzig Jahren eine Pferdeherde.
    Nahe der lange verlassenen Bahnstation Garub, ungefähr achtzig Kilometer östlich von Lüderitz, weiden diese zähen Tiere. Monatelang ernähren sich die Pferde von vier oder fünf Grasarten, die meist überhaupt keine Feuchtigkeit enthalten, von Teilen des Acacia-Baumes und Sträuchern. Nur im afrikanischen Winter, wenn im Juni und Juli kalte Fronten aus Südafrika Feuchtigkeit und manchmal sogar Schnee mitbringen, wird die Wüste grün und fruchtbar. Dann bessert sich der Zustand der Tiere zusehends.

    Ihre Herkunft ist bis heute nicht geklärt; wahrscheinlich wurden ihre Vorfahren von den deutschen Schutztruppen zurückgelassen. Vielleicht stammen die Pferdeahnen aber auch aus der Zucht des exzentrischen deutschen Barons Hansheinrich von Wolff, der in der Kolonialzeit 150 Kilometer von Garub entfernt ein Schloss in die Öde baute und dort mit 300 Pferden eine Zucht begann. Was aus ihnen wurde, als der Adlige im Ersten Weltkrieg fiel, weiß niemand. Ihrem Aussehen nach sind die Wüstenpferde eine Mischung aus englischem Vollblut, deutschem Trakehner, englischem Hackney und afrikanischem Cape. Seit acht Jahren stehen sie unter dem Schutz der namibischen Naturschutzbehörde. Wer Glück hat, kann sie auf dem Weg von Aus nach Lüderitz in den Weiten der Namib weiden sehen.


    Die Kalahari

    Die Kalahari-Wüste erstreckt sich nicht nur über Teile Südafrikas und Botswanas, sondern reicht auch weit bis nach Namibia hinein. In den langen Wüstentälern werfen die Kameldornbäume ihre Schatten, und das Gras steht in guten Regenzeiten gelb im Wind. Auch die köstlichen Kalaharitrüffel werden hier nach guten Regenzeiten gefunden.

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